Voraussetzungen für das Wirken der Āsanas:

BANDHAS sind Muskelkontraktionen, die die Energie im Körper einschließen sollen. Sie sind wesentlich für die sichere Ausführung aller Āsanas (vor allem Mula Bandha und Uddhiyana Bandha) und verstärken die energetische Wirkung der Positionen. 

Das Halten der Bandhas soll Prana (subtile Energie) zu den verschiedenen Zentren des Körpers lenken

Das Grundprinzip jedes Bandhas ist, zuerst Energie in einem Bereich des Körpers zu speichern, um sie dann freizusetzen. Der Vorgang des Bündelns, des Aufbaus von Druck und des anschließenden Freisetzens der Energie räumt Hindernisse (‚Granthis‚) in den Kanälen des Energiekreislaufes (‚Nadi‚) aus dem Weg.

Gesundheit und Vitalität sind vom ungehinderten Fließen der Lebensenergie durch diese Kanäle abhängig.

Die drei wichtigsten Bandhas sind:
  • Mula Bandha / Anspannen der Beckenbodenmuskulatur, um die Organe des Beckens (u.a. Blase und Genitalien) zu heben. Energetisiert das erste und zweite Chakra. Rekrutierung: In stehenden Positionen: Füsse fest und gleichmäßig in den Boden drücken. Utkatāsana: die Hände über dem Kopf zusammendrücken.
  • Uddiyana Bandha Kontrahieren des unteren Teiles der langen Bauchmuskeln – nach innen und oben heben. Achte darauf, das Zwerchfell nicht zu verkrampfen
  • Jalandhara Bandha Halsverschluss – das Kinn wird nach unten gezogen, der Hinterkopf wandert dadurch nach oben. Wird vor allem bei Atemübungen angewendet, in denen der Atem angehalten wird, damit Prāna Vayu – die aufwärtsgerichtete Energie – nicht in den Kopf steigt. Aber auch in manchen Positionen wie Pavana Muktāsana und im Schulterstand ist dieses Bandha Teil der Position.

UJJAYI ATMUNG: Atemfrequenz und Atemtiefe beeinflussen unter anderem den körpereigenen PH-Wert. In der Ujjayi-Atmung verengt man bewusst die Stimmritzen / Glottis, so erwärmt sich die durch die Nase eingeatmete Luft. Der pfeifende, kehlige Ton, der dabei entsteht, hilft noch bewusster, Atmung und Bewegung miteinander zu synchronisieren. Ujjayi bedeutet wörtlich: ‚Siegreiches Ausdehnen der Lebensenergie‚ oder ‚zum Erfolg führende Atmung

Die Ujjayi Atmung hilft dabei, Dich physisch und mental zu entspannen, wenn Du irritiert, frustriert oder überanstrengt bist. Sie ermöglicht es, konzentriert zu bleiben, ohne unnötige mentale Aktivität zu erzeugen.

DRISHTI: Jede Position erfordert einen bestimmten Blickpunkt, der dafür sorgt, dass der Geist nicht mit den Sinneseindrücken ‚herumwandert‘. Der fixierte Blickpunkt steht in Verbindung mit zwei der acht (ashta) Glieder (angas) des Ashtanga Yogas, die von Patanjali in den Yoga-Sūtras beschrieben werden: Pratyahāra (dem Nach-innen-richten der Sinne, oder dem Abziehen der Energien der Sinnesorgane von den Sinnesobjekten) und Dharāna (Konzentration). Der Blick sollte zwar auf einem Punkt ruhen, aber der Blick sollte nicht starr, sondern weich sein, die Augenmuskel entspannt, wie wenn Du in die Ferne blicken würdest.

Yoga citta vritti nirodah

                             Patanjali, Yogasūtra I. 2.

Das Ziel von Yoga wird hier als zur Ruhe kommen (nirodah) der mentalen (citta) Bewegungen (vritti) definiert.

Die neun Drishtis sind:
  • Hastagrai: der Blick zur Hand
  • Nasagrai: der Blick auf die Nasenspitze
  • Parshva: der Blick zur Seite – nach rechts
  •  oder links (z.B. Drehsitz)
  • Urdhva: nach oben in die Unendlichkeit (Krieger B)
  • Nabhi Chakra: Auf den Nabel / das Manipura Chakra (z.B. Hinabschauender Hund)
  • Padayoragrai: der Blick auf die Füße oder Zehenspitzen
  • Angushtamadya: der Blick auf die Mitte des Daumens (Utkatasana / die Stuhlhaltung)
  • Bhrumadya: der Blick zum Dritten Auge (zwischen den Augenbrauen)
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