Yoga Begriffe

Yogastellungen in Stein graviert

> ABHINIVESHA Angst vor dem Tod, Selbsterhaltung, Haften am Leben, der Wunsch, nie zu sterben, sondern sein individuelles Ich für immer zu erhalten (das subtilste aller Leiden). Sogar für weise und gebildete Menschen ist es schwer, von diesem Anhaften am Leben freizuwerden, da die Liebe zum Leben von der Lebenskraft getragen ist. Der Selbsterhaltungstrieb ist so stark, dass auch die Weisen nicht von ihm verschont bleiben. Abhiniveśa ist ein fehlgeleiteter Instinkt, der sich aber durch Yoga-Praxis in intuitive Erkenntnis und Einsicht umwandeln lässt. Der Strom des Selbst, die Lebenskraft, die den Menschen während seines physischen Daseins erhält, geht im Universum auf, wenn er seinen Körper verlässt. Sobald der Sādhaka das begreift, gibt er den Wunsch zu leben auf, und er überwindet die Todesfurcht. Das befreit ihn von Sorgen und Leiden und bringt ihn Kaivalya näher.

> ĀBHOGA starke Bindung an ein einzelnes Objekt / Fetischismus;

> ABHYANTARA Kontrolle der Bewegungsabläufe beim Einatmen;

> ABHYASA Übung, Wiederholung; die hingebungsvolle, unbeirrbare, beständige und wachsame Beschäftigung mit einer Sache, die man sich ausgesucht hat. Mit einem Flügel allein kann ein Vogel nicht fliegen.So brauchen wir die beiden Flügel der Übung / Abhyâsa und der Entsagung / Vairāgya, um uns zur höchsten Höhe der Selbstverwirklichung aufschwingen zu können. Zur Übung gehören eine bestimmte Methodik und beharrliches Bemühen, man muss mit Entschlossenheit, Tatkraft, Aufmerksamkeit und Hingabe über lange Zeit ununterbrochen praktizieren, um eine tragfähige Basis für die Schulung des inneren Sinns, der Intelligenz, des Egos und des Bewusstseins zu schaffen. Die Übung umfasst vier Grade: mild, mittel, stark und intensiv. Entsprechend werden auch die Übenden in vier Kategorien eingeteilt: Anfänger; solche, die die inneren Funktionen des Körpers verstehen; solche, die fähig sind, die Verbindung zwischen grob- und feinstofflichem Körper zu begreifen; und solche, bei denen Körper, innerer Sinn und Seele eins geworden sind. Intensive Übung und Entsagung verwandeln das unentwickelte und zerfahrene Bewusstsein in kultiviertes Bewusstsein, das sich auf die vier Entwicklungsstufen der Erkenntnis auszurichten vermag. Zunächst entwickelt der Sādhaka philosophische Wissbegierde;

> ACAMANAS die äußere Reinigung des Körpers;

> ACHĀRYA (spiritueller) Lehrer, Meister; jemand der die Texte studiert hat, seine Methoden praktiziert hat, Ergebnisse erzielt hat, und fähig ist, dies alles weiterzugeben;

> ADARSHANA Nicht Gewahrsein, nicht achtsam sein;

> ADHIBHAUTIKA durch lebende Wesen hervorgebracht;

> ĀDHIDAIVIKA durch die Natur hervorgebracht;

> ADHIKARA EIgnung; ein Set von Kriterien, das bestimmt, ob ein Student bereit ist, bestimmten Praktiken einer Yogaschule zu folgen; diese hängt von der spirituellen Reife des Studenten ab;

> ADHYĀTMIKA sich zum Selbst verhaltend, in Relation zum Selbst; spirituell;

> ADVAITA Nicht-Dualismus, die Essenz der Lehre von Shankara (*805 n. Chr). Eine allem zu Grunde liegende Intelligenz manifestiert sich als Vielfalt von Formen und Phänomene, die wir das physische Universum nennen. Um die zu Grunde liegende Realität erkennen zu können, ist es hilfreich zu lernen, die Verschleierungen zu durchschauen, in die sich das Bewusstsein hüllt. Die unörtliche Ebene des Bewusstseins führt in die sensorische Welt, die unsere Erfahrung der zu Grunde liegenden Einheit überschattet. Irgendwann begreifen wir, dass die Welt der Empfindungen nicht alleine zu Glück und Frieden führen kann und wir beginnen, die Schichten freizulegen, die unser wahres, unbegrenztes Wesen verbergen. Shankara nannte diese Schichten Koshas, Hüllen, und unterteilte sie in drei Hauptkategorien: den physischen Körper, den Astralkörper und den Kausalkörper (oder Körper, Geist und Seele);

> ADVAITA VEDANTA Upanishadische Philosophie gegründet von Acharya Gaudapada und weiterentwickelt von Acharya Shankara; Monismus; betrachtet das individuelle Selbst (Atman) und die tiefe Realität, das universelle Bewusstsein (Brahman) als identisch;

> ĀGAMA vertrauensvolle Quelle des Wissens, geschrieben oder verbal weitergegeben, traditionelle Doktrin, heiliges Wissen, Shāstra (heilige Schrift);

> AGNI Feuer, im Übertragenen Sinn auch Verdauungsfeuer; auch der Name einer Hindu-Gottheit;

> AGNIHOTRA Feuerzeremonie, dem Feuer ein Opfer bringen / im Kriya Yoga: In Gehirn und Verstand eines Yogis sind noch immer viele materielle Wünsche und Ambitionen vorhanden; er nimmt sie und opfert sie dem göttlichen Seelenfeuer; der eingeatmete Sauerstoff und das göttliche Seelenfeuer genügen zur wahren Feuerzeremonie; Zug um Zug verbrennen alle vergangenen, gegenwärtigen und weltlichen Gedanken des Yogis restlos; Mit seiner ganzen Liebe zieht der Yogi seinen Atem zurück. Die Kraft Gottes freut sich über dieses Opfer; der Yogi erreicht den formlosen Zustand, den Zustand ohne Gedanken;

> AHAMKĀRA Ichheit; Ich-Macher; Ego; ‚Ich-formende Kraft‘; jene Instanz, die sich (fälschlich) für den ‚Besitzer‘ der Erfahrung erachtet; das Selbstbild, das wir von uns haben, das Bild, das wir von uns auf die Welt und auf uns selbst projizieren wollen; eine der drei Komponenten von Citta; nicht mit dem Freudschen ‚Ich‘ zu verwechseln;

> AKASHA Raum; Ether; Klang übertragendes Medium;

> AHIMSA Gewaltlosigkeit, Harmlosigkeit, negative Gedanken und Taten durch positive und konstruktive ersetzen; erstes der Yamas;

> ĀJÑA Befehl, Auftrag;

> ĀJÑA CHAKRA zweiblättrige Lotusblüte; Einsicht und Intuition; auf der Höhe des dritten Auges; hormonelle Zuordnung: Hypophyse; Element: Klang; Mantrasilbe: HAM; Sitz: über der Nasenwurzel zwischen den Augenbrauen auf der Stirn (Carotis Plexus) in der Spiralenform lenkt es Stolz und Begierde, ist es aktiviert, beeinflußt es Menschlichkeit und Spiritualität; Wenn dieses Zentrum geöffnet ist, fühlen man sich mit der inneren Stimme tief verbunden und in den getroffenen Entscheidungen bestätigt. Wenn es blockiert ist, entstehen Selbstzweifel und Probleme, zu vertrauen. Das Öffnen dieses Chakras führt zu einer starken Verbundenheit mit dem Dharma oder dem Sinn des Lebens. Dieses Chakra wird auch mit den außersinnlichen Wahrnehmungsfähigkeiten wie Hellsehen, Hellhören und Fernwahrnehmung in Verbindung gebracht;

> ĀKĀSHA Leere, Äther, Trägermedium des Klanges;

> ALASYA Trägheit;

> ALIŃGA was keine Ursache hat; Prakriti (als Prinzip);

> AMANAH vollkommene Abwesenheit von Gedanken;

> AMRITA Nektar der Unsterblichkeit;

> AMŪRTI unkörperlich;

> ANAHATA CHAKRA Herzchakra; Liebe und Mitgefühl sowie Spontaneität und Wissen; zwölfblättrige Lotusblüte; Element: Luft; hormonelle Zuordnung: Thymusdrüse; Sitz: auf Höhe des Herzgeflechtes (Cardial Plexus); ist es aktiviert, lenkt es Mitgefühl, Spontaneität und Wissen; Sinn: Tastsinn; Mantrasilbe: YAM; Das Herzchakra widmet sich der Aufgabe, Trennung und Abgrenzung zu überwinden. Wenn das Herzchakra blockiert ist, fühlt man sich von anderen entfernt und entfremdet. Wenn das Herzchakra geöffnet und im Fluss ist, fühlen Sie sich auf einer tiefen Ebene mit allen Wesen in Ihrem Leben verbunden;

> ANĀHATA NADA spontaner ‚ungeschlagener‘ nicht angeschlagener, nicht von aussen kommender Klang, den Yogis in der Herzgegend ‚hören‘;

> ANANDA göttliche Ekstase, Glückseligkeit, Freude;

> ANANDAMAYA KOSHA Seligkeitshülle, Halszentrum: Wohnsitz des unsichtbaren Gottes / purusha. Wenn man in diesem Zentrum bleibt, fühlt man äußerste Losgelöstheit inmitten weltlicher Anhaftung;

> ANANTA Grenzenlosigkeit, unendlich, ewig, wo Zeit und Raum nicht mehr anwendbar sind;

> AÑGA Glied (einer Kette);

> ANGABHAGA SADHĀNA körperliche Übungen;

> ANGAMEJAYATVA körperliche Instabilität;

> ANNAMAYA KOSHA grobstoffliche ‚Nahrungs‘-hülle oder anatomische Hülle / Steißbeinzentrum (Erdzentrum, Zentrum des Wohlstandes); äusserste Schicht;

> ANTA Ende;

> ANTAH-KARANA Innerer Sinn der Buddhi, Ahamkāra und Manas umfasst; Gewissen, Verkörperung der ethischen und moralischen Prinzipien. Antah-Karana (auch dharmendriya) wacht über unser richtiges und falsches Verhalten.

> ANTARA innen;

> ANTARA KUMBHAKA Anhalten des Atems mit gefüllter Lunge (nach det Einatmung);

> ANTARANGA SADHANA zweite Disziplin des Ashtanga Yogas – seelische Disziplin;

> ANTARĀTMA SADHĀNA dritte Disziplin des Ashtanga Yogas – Suche nach dem Weg zur Selbstverwirklichung durch Dharāna, Dhyāna und Samādhi;

> ANTARĀYĀ Hindernis;

> ANTARYĀMIN innerer Lenker;

> ANUGRAHEKSHAMA zum Verzeihen fähig sein und den Schüler auf dem göttlichen Weg mit Liebe und Mitgefühl führen (Eigenschaft eines Gurus);

> ANUSASANAMI Disziplin;

> ANUSHĀSANA Anweisung, Erklärung, Interpretation eines Textes;

> AP Wasser als grobstoffliches Element;

> APĀNA einer der Vāyus, der RIchtungen der Lebensenergie; abwärts gerichtete Energie der Ausscheidung des grobstofflichen, physischen Körpers;

> APARIGRAHA Nicht-Besitzergreifen; die Freiheit von Begehrlichkeit; die fünfte der YamasAshtanga-Yoga befreit den Geist von dem Wunsch, besitzen zu wollen;

> APAROKSHA Intuition; direktes, nicht durch die Sinne ermitteltes Wissen; Intuition ist absolut unmittelbar, Intuition kann man nicht beweisen, da sie die Grundlage aller Beweise ist – Evidenz. Es ist das Licht, das weder Natur noch Menschheit ist, aber beides gestaltet; Vernunft wandelt sich zu Intuition; daher steht die Vernunft nicht im Gegensatz zu Intuition oder Inspiration, sondern bringt sie vielmehr zur Vollendung. Die Intuition bringt Dinge zutage, zu denen der Verstand nicht vorstoßen kann. Intuition ist nicht auf den Bereich unseres kleinen Selbst beschränkt. Durch Sadhāna kann es so erweitert werden, dass es die gesamte Wirklichkeit begreift. So wie man das Denken kultivieren kann, kann man auch Intuition entwickeln. Die Entwicklung der Intuition mittels Konzentration bewirkt eine Beschleunigung der menschlichen Evolution. Alles Wissen kommt aus der inneren Quelle, der unendlichen Seele. Inspiration oder supramentales Bewusstsein (Sri Aurobindo) lässt sich nur erreichen, indem man die höheren Prinzipien, das Überbewusste, den sogenannten Supermind erweckt, der verborgen und schlummernd in uns liegt

> APAVARGA Befreiung (des Purusha) im Verhältnis zum Objekt des Wissens / der Wahrnehmung; Erlöschen der Funktionen des Buddhi;

> APSARAS himmlische Nymphen und Tänzerinnen, die ihre erotische Anziehung darauf wenden, Rishis von ihrer Askese abzubringen, damit diese nicht zu mächtig werden, so dass das Gleichgewicht des Universums erhalten bleibt;

> ARAMBHAVASTA Anfänger lernen die Asanas zunächst nur auf der Ebene des anatomischen Körpers. Dieses Stadium heißt arambhavasta. Die Anfängerstufe ist wichtig – man darf sie nicht zu eilig durchlaufen;

> ARJUNA Held der Mahabharata, der metaphorisch das niedrigere oder phänomenale Selbst repräsentiert;

> ARTHA Wohlstand; Gegenstand, Zweck;

> ARTHA ŚĀSTRA die Wissenschaft vom Wohlstand;

> ARTHAVEDA die Upaveda (Zusatz zur Veda) in Bezug auf die Ökonomie;

> ASAMPRĀJÑATA Objekt-loses Samādhi, die über Samprājñata Samādhi hinaus geht;

> ĀSANA wörtlich ‚Sitz‘, Haltung, Position, eine Āsana ist keine Körperhaltung, die man mechanisch einnimmt. Es beinhaltet einen durchdachten Prozess, der mit dem Gleichgewicht zwischen Bewegung und Widerstand abschließt. Das Körpergewicht soll gleichzeitig auf die Muskeln, Knochen und Gelenke verteilt werden. Der Verstand ist aktiv beteiligt. Erzeuge Spielraum in Ihren Muskeln, um mit dem feinen Netzwerk Deines Körpers die Asana zu erreichen. Jede Faser muss am Asana beteiligt sein. Das hilft den Sinnesorganen, die Genauigkeit jeder Bewegung wahrzunehmen. Wenn der Übende intuitiv oder durch einen Lernprozess das Asana begreift, ist er in der Lage, seine Bewegungen korrekt abzustimmen. Dann entsteht eine Verbindung zwischen handelnden und wahrnehmenden Organen. Vertiefen DIch also völlig in die Āsana. Sind beide Körperseiten symmetrisch, so lösen sich die Spannungen des Kreislauf-, Atmungs-, Verdauungs-, Forflanzungs- und Ausscheidungssystems. Jede Āsana versetzt bestimmte Organe in den jeweils gewünschten Zustand: kontrahiert oder erweitert, feucht oder trocken, warm oder kühl. So werden die Organe besser durchblutet; sie werden sanft massiert, entspannt und optimal trainiert.   

Wer bei den abwärts gerichteten Bewegungen der Asanas im Stehen Kraft anwendet, ohne die Wirbelsäule voll auszustrecken, ist gefährdet. Da man diese Aktion dann mit Muskelkraft und nicht mit der ‚Intelligenz der Wirbelsäule‘ verwirklicht, kommt es zu Spannung in der Wirbelsäule. Ich nenne das ‚das Gehirn hart machen‘, da man dem Gehirn nicht erlaubt, sensibel auf die Bewegung des Körpers einzugehen. Dieselbe Gefahr besteht auch bei Rückbeugen, wenn man den Rücken mit Kraft statt mit Intelligenz streckt. In jedem Asana ist ein bestimmter Körperteil das ‚Gehirn‘, also das Zentrum oder der Schwerpunkt der Haltung. Betrachten den betreffenden Körperteil beim Üben besonders aufmerksam. Gib ihm Gleichmaß und Stabilität. Diese wird sich dann über den ganzen Körper ausbreiten.

‚Die regelmäßige Yogapraxis steigert die Flexibilität, während sie den Körper von festgesetzten Giften befreit, die den ungehinderten Fluß der Lebensenergie verhindern. Āsanas wirken als Brücken, die den Körper mit dem inneren Sinn und den inneren Sinn mit der Seele verbinden. Sie entziehen den Sādhaka dem Zugriff der Leiden und führen ihn/ sie mittels der Disziplin zur Freiheit, indem sie sein Bewusstsein auf die Seele ausrichten und so zu einer tiefgreifenden Wandlung beitragen.

Am Anfang geschieht das Üben auf einer ganz körperlichen Ebene.
Allmählich vertieft sich das Verständnis, und der Körper wird dann innerlich durchdrungen. Seine Bewegungen finden ihren Zusammenhang mit der Intelligenz, und die Āsana wird ein Ganzes, in dem alles miteinander verbunden ist. Es wird eins mit der Intelligenz des Körpers, sodass die Seele ihrer selbst bewusst werden kann. Man lernt, dass der Körper der Bogen, das Āsana der Pfeil und die Seele das Ziel ist. Bei vollkommener Beherrschung des Āsanas trifft man das Ziel: das Erkannte und der Erkennende werden eins. Logik und Sinn des Āsanas sind erfüllt. Der Sādhaka hat das Bewusstsein des Āsanas und seines/ ihres Körpers verloren und ruht in sich selbst. Sein / ihr Āsana, der Atem, das Bemühen sein ganzes Sein sind eins mit den abermillionen Zellen seines Körpers.

Zur Ausführung einer jeden Āsana gehört ein Gefühl körperlicher Festigkeit, Stetigkeit und Ausdauer. Außerdem braucht man guten Willen, Bewußtheit und Freude. Jedem Āsana muß man sich mit größtmöglicher, disziplinierter Aufmerksamkeit widmen, damit man es auch im kleinsten Körperteil bis in die Tiefe erfaßt. Bei jedem Āsana muß der Körper die richtige Spannung und der innere Sinn die richtige Abstimmung finden, damit man die Haltung lange genug in äußerer Festigkeit (sthira) und innerer Gelassenheit (sukham) beibehalten kann. Āsanas müssen so ausgeführt werden, dass keine Verkrampfungen in den Muskeln oder Hautzellen entstehen. Zwischen den Muskeln und der Haut sollte eine Wechselwirkung bestehen, damit die Haut die Aktionen der Muskeln, Gelenke und Bänder geschmeidig aufnehmen kann, um ihrerseits Signale an das Gehorn, den inneren Sinn und die Intelligenz zu senden, die dann die richtige Ausführung der Āsanas überwachen können. Außerdem hat das Üben einer Vielzahl von Āsanas eine Heilwirkung auf das Nervensystem, es lässt die Energie überall ungehindert fließen und sorgt für eine gleichmäßige Verteilung dieser Energie beim Prānāyāma. Mit fortschreitender Verfeinerung werden die Āsanas ganz von selbst immer meditativer, und die Intelligenz wendet sich dem Kern des Seins zu.

An einem Āsana sind fünf Funktionsebenen zu unterscheiden: der Willensaspekt sowie die kognitive, mentale, intellektuelle und spirituelle Ebene. Mit dem Willensaspekt ist der Einsatz der Organe des Handelns gemeint. Das Wahrnehmen der Ergebnisse dieses Handelns ist der kognitive Aspekt. Wenn diese beiden miteinander verschmelzen, leitet das mentale Unterscheidungsvermögen die Organe des Handelns und der Wahrnehmung zu einer noch korrekteren Ausführung des Āsanas an; der rhythmische, zentripetale und zentrifugale Strom der Energie in den Kanälen des Körpers wird als gleichmäßig und stetig erfahren. Ein Gefühl von reiner Freude erfasst den inneren Sinn und alle Zellen. Körper, innerer Sinn und Seele sind eins.

So manifestiert sich Dhāranā und Dhyāna in der Āsana-Übung: Das Ausrichten der Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Punkt oder Bereich im Körper oder außerhalb von ihm ist Konzentration / Dhāranā. Wird diese intensive Konzentration aufrechterhalten, gelangt man von der objektbezogenen zur ungerichteten Aufmerksamkeit. Wenn diese Art von Aufmerksamkeit als ununterbrochener Strom zwischen dem Bewußtsein des Sādhaka und seinem Sādhana fließt, dann ist dies Dhyāna.

Der Sãdhaka kann erst dann als in seiner Āsana-Übung gefestigt gelten, wenn diese keiner Anstrengung mehr bedarf. In dieser Stabilität erfaßt er die physiologische Bedeutung jedes Āsanas und erreicht damit, indem er sich nach innen wendet, jeden noch so winzigen Teil seines Körpers. Dann beherrscht er die Kunst entspannt zu sein und doch die Festigkeit und Ausdehnung von Körper und Bewußtsein zu wahren. Es entsteht eine besondere Sensibilität, mit der er sein Denkvermögen darin übt, das Grenzenlose zu ergründen. Er ist versunken in unteilbarer und universaler grenzenloser Einheit. Zur Vollendung im Āsana bringen wir es nur durch Beharrlichkeit, wache Aufmerksamkeit und Einsicht. Sonst bleiben wir in einem Zustand der Trägheit und machen keine Fortschritte. Wenn der Sādhaka das Stadium der Schwebenden Balance erreicht hat, sind sein Körper und sein Bewußtsein gleichzeitig aufmerksam und entspannt, konzentriert und gelöst, sodass sie in die Seele einschmelzen können. Das ist das Zeichen der Befreiung von allen Dualitäten – Lust und Schmerz, Zusammenziehen und Ausdehnung, Hitze und Kälte, usw. Vollendung im Āsana bedeutet reine Glückseligkeit. Quelle: B.S.K Iyengar, ‚Yoga – der Weg zu Gesundheit und Harmonie‚.

> ASMITA Ich-Sinn; Egoismus; die Verwechslung des individuellen Ego oder Ichbewusstseins mit dem wahren Selbst, der Seele, also die irrtümliche Gleichsetzung des Ego mit dem inneren Seher. Ichhaftigkeit, asmitā, ist die Gleichsetzung des Sehers mit dem Instrument des Sehens. In Wirklichkeit gibt es beim Sehen einen Unterschied zwischen dem wahren Seher (ātman) und dem, was subjektiv als der Sehende empfunden wird. Wo sich dieser Unterschied vermischt, ist Asmitā im Spiel. Man muß sich des Unterschieds zwischen dem wahren Seher und den Instrumenten des Sehens sehr deutlich bewusst sein. Erst wenn beide tatsächlich miteinander verschmelzen, kommt es zur Erfahrung der Wirklichkeit. Wenn jedoch der innere Sinn und die Wahrnehmungssinne, die Instrumente des Sehers, sich als der wahre Seher auszugeben versuchen, so als wäre er in ihnen manifest, dann entsteht ein Gegensatz zwischen dem Seher und den Objekten. Das ist Asmitā; Ausserdem: eine Form des objektiven Samādhi, in das man eintritt, wenn man über das Ego meditiert und Zeuge der reine Form davon wird;

> ASHRAMA Einsiedelei; Herberge eines Asketen; vier Stadien des Lebens: Brahmacharya (letzte Lebensphase); Grhasti; Vanaprashta und Sannyasin;

> ASHTA acht;

> ASHTANGA YOGA das Yoga des achtgliedrigen Weges nach Patanjali: Yamas, Niyamas, Āsanas, Prānāyāma, PratyahāraDharana, Dhyana und Samādhi; ‚Ashtanga Vinyasa Yoga‘ wurde von Sri K. Pattabhi Jois propagiert und verbindet Patañjalis Yoga Sūtren, die klassischen Hatha Yoga Positionen und die Philosophie der Bhagavad Gita in ein komplettes System der spirituellen Transformation;

> ASTEYA wörtlich: ’nicht stehlen‘, gehört zu den Yamas;

> ASURA Dämon;

> ATHA ein Ausdruck, der kennzeichnet, dass ein neuer Abschnitt (eines Textes) beginnt;

> ATMAMITHUNA sexuelle Vereinigung; im Kriya Yoga: in jedem Atemzug findet Einswerdung (mit dem kosmischen Selbst), d.h. Vereinigung statt;

> ĀTMAN das wahre, ewige Selbst, Bewusstsein, das Teil des Ganzen, der universellen Energie und des universellen Bewusstseins – Brahman – ist; in jedem Atemzug findet Einswerdung (mit dem kosmischen Selbst), d.h. Vereinigung – Atma Mithuna – statt; Atman wird im Vedanta statt ‚Purusha‚ verwendet;

> AVADHUTA Mönch, Asket;

> AVATARA Herabsteigen; Inkarnation; göttliche Manifestation; das höchste Wesen, das Form annimmt;

> AVIDYA Unwissenheit, Unbewusstheit; die spirituelle Unwissenheit, Mangel an Weisheit, Verblendung, Nährboden aller Leiden; Mangel an wahrem Wissen ist der Ursprung aller unterschwelligen oder schwachen oder unterbrochenen oder vollwirksamen Leiden; das Unvermögen, die enge Verbindung zwischen dem inneren Seher (Purusa) und den wahrgenommenen Objekten (Prakriti) zu erkennen. Avidyā ist ein fruchtbarer Boden für allerlei Plagen, die unser Leben zur Hölle machen. Das Vergängliche für das Ewige, das Unreine für das Reine, Schmerz für Lust und die Wonnen der Welt für die Glückseligkeit halten – das ist Avidyā. Gegenmittel: Übung (Abhyāsa) und Entsagung (Vairāgya);

Die sieben Arten der Unwissenheit (avidyā) sind:
1. Kleinheit, Schwächlichkeit, Bedeutungslosigkeit, Minderwertigkeit, Niedrigkeit.
2. Unstetigkeit, Wankelmut, Veränderlichkeit.
3. in Schmerz, Leid, Elend und Qual leben.
4. ständig unter Schmerzen leiden.
5. den vergänglichen Körper irrtümlich für das Selbst halten.
6. die Bedingungen für leidvolle Erfahrungen schaffen.
7. glauben, dass die Vereinigung mit dem Höchsten unmöglich ist, und entsprechend handeln;

> AVIRAT Begierde nach sinnlicher Befriedigung;

> AVIŚESATATTVA unspezifische Prinzipien sind nichtevolvierte Materie, und Schöpfung findet statt, wenn solche Materie in eine spezifische Form übergeht. Das wird Pravrittimārga genannt. Der umgekehrte Fall, Nivrittimārga, ist das Einschmelzen des Spezifischen ins Unspezifische und schließlich das Aufgehen des Unspezifischen im universalen Geist (Purusha);

> ĀYĀMA Regelung, Hemmung;

> AYURVEDA die ‚Wissenschaft vom Leben‘; indisches medizinisches System;

> ĀYUS Lebensspanne;

> BABA Vater, liebevolle Anrede des Gurus

> BĀHYA außen; Kontrolle der Bewegungsabläufe beim Ausatmen;

> BANDH binden, fesseln;

> BANDHA Energieverschluß; die drei Verschlüsse sind Mula Bandha , Uddiyana Bandha, und Jalandhara Bandha; das Wort Bandha bedeutet ‚zuhalten, einschließen, bündeln‘; das Halten der Bandhas soll Prana zu verschiedenen Zentren Ihres Körpers lenken. Das Grundprinzip jedes Bandhas ist, zuerst Energie in einem Bereich des Körpers zu speichern, um sie dann freizusetzen. Der Vorgang des Bündelns / des Aufbaus von Druck und das anschließende Freisetzen von Energie räumt Hindernisse auf den Kanälen des Energiekreislaufs aus dem Weg. Wie in der traditionellen chinesischen Medizin betrachtet man beim Yoga den Körper und den Geist als Netzwerk von Energiekanälen, durch die die Lebensenergie fließt. Diese Kanäle heißen Srotas und Nadis. Die Srotas sind Energiekanäle im physischen Körper, während sich die Nadis im Astralkörper befinden. Gesundheit und Vitalität sind vom ungehinderten Fluss der Lebensenergie durch diese Kanäle abhängig;

> BEDA ABEDA Doktrin von der Identität in der Differenz, von Ramanuja; diese Philosophiegeht davon aus, dass die individuelle Seele identisch ist mit dem höchsten Wesen in der Hinsicht, dasssie reines Bewusstsein ist und unterschiedlich in der Hinsicht, dass das höchste Wesen allmächtig ist, die Seele aber nicht;

> BHAGAVAD GITA das Lied Gottes, Dialog zwischen Shri Krishna und Arjuna während des Mahabharata Krieges, Teil des Epos Mahabharata;

> BHAKTI (religiöse) Hingabe, Liebe; von ‚trennen‘, der Glaube, dass es eine ewige Getrenntheit zwischen dem höchsten Wesen und der Welt existiert, die durch Wissen nicht überwunden werden kann, deshalb muss dem höchsten Wesen mit Hingabe begegnet werden;

> BHAKTI YOGA Yoga der Liebe und Hingabe (zum höchsten Wesen, das in anderen Wesen erkannt wird). Bhakti ist die Liebe Gottes, aber auch Ausdruck und Erblühen von Liebe in allen Beziehungen. Das göttliche Licht durchdringt alles Lebendige und sogar das, was uns leblos erscheint. Durch unsere Beziehungen zu anderen entdecken wir unser höheres Selbst. Wer Liebe zum Ausdruck bringt, für Gesten der Liebe empfänglich ist und für wen die Liebe Basis aller Entscheidungen ist, der übt bereits Bhakti Yoga, Yoga der Liebe;

> BHĀSHYA Kommentar;

> BHASTRIKA Balgatmung; eine reinigende, energetisierende Atmung: Schultern entspannen und langsam durch die Nase tief in den Bauch atmen, nach einigen Atemzügen vollständig ausatmen, nochmals kräftig durch die Nase einatmen und wieder kräftig durch die Nase ausatmen. Wiederholen Sie diesen Vorgang. Jedes Ein- und Ausatmen sollte insgesamt etwa eine Sekunde dauern. Die Atembewegung sollte vom Zwerchfell ausgehen. Achte auf eine stabile Haltung des Kopfes, des Halses, der Schultern und der Brust, während der Bauch sich zusammenzieht und sich wieder ausdehnt. Mache etwas 10 Bhastrika Atemzüge und kehre dann wieder zur normalen Atmung zurück. Nach fünfzehn Sekunden die Bhastrika-Atmung wieder aufnehmen 15 Bhastrika Atemzüge, wieder 30 Sekunden Pause, 30 Bhastrika Atemzüge. Wenn Du in der Früh schwer in die Gänge kommst, praktiziere die Bhastrika-Atmung und so vitalisierst und kräftigst Du Geist und Körper. Wenn Du abnehmen willst, unterstützt die Bhastrika Atmung die Verdauung positiv und hilft, den Metabolismus anzukurbeln;

> BHAVA Seins-Zustand, Existenz, Ursache der Geburt;

> BHĀVANĀ kontemplatives Denken; Meditation;

> BHOGA Genuß; Konsumation; Erfahrung; Gebundenheit; Gefühle der Freude und des Schmerzes, die jedes lebende Wesen empfindet. Handlungen die aus vorangegangenen Handlungen folgen, unwillkürliche Handlungen;

> BHOGABHŪTA Handlung, die aus latent weiterwirkenden früheren Handlungen entspringen, unwillkürliche Handlungen;

> BHRANTI DARSHANA falsches Wissen;

> BHUKTI Genuß;

> BHŪRLOKA Welt, Universum;

> BHUMIKA Stadium; das Stadium der Evolution eines Praktizierenden, das seine Bereitschaft und Befähigung (Adhikara) für eine bestimmte Praxis bestimmt;

> BHŪTA grobstoffliche, elementare Prinzipien (die fünf Elemente Kshiti / Erde, Ap / Wasser, Tejas / Feuer, Vāyu / Luft, Ākāsha / Äther, Träger-Medium des Klanges);

> BHUTA SHUDDI elementare Reinigung; der traditionelle Weg der ‚Involution‘ indem jedes Element (Bhuta) im nächst höheren Element aufgelöst wird, sodass man der Stufenleiter der Chakren entlang aufsteigt;

> BHŪTĀDI das Ego des Schöpfers, die Ursache der Manifestation der Elemente;

> BIJA Samen, Ursprung, Wurzel;

> BIJA AKSHARA Wurzel Silbe; ein Mantra, das einem bestimmten Chakra und Element zugeordnet ist;

> BIJA MANTRA Wurzel Mantra, Ton, der einer bestimmten Gottheit zugeordnet ist;

> BINDU Tropfen, Punkt;

> BRAHMĀ der Schöpfergott, eine fünfköpfige Gottheit; Schöpfer, der zu Beginn eines jeden Universums erscheint und das Universum nach seiner unbewussten Konditionierung erschafft;  Teil der Trinität Brahma (Schöpfer), Vishnu (Erhalter) & Shiva (Zerstörer, Erneuerer);

> BRAHMACHARYA reiner Lebenswandel; 1.) erkennen von Brahman in jedem und allem; 2.) (später:) Enthaltsamkeit, Einschränkung von sexuellen Impulsen; sowohl physisch als auch mental; zölibatär lebender Yoga-Schüler / Sādhaka;

> BRAHMADVĀRA Tor zum Absoluten;

> BRAHMA GRANTHI der karmische Knoten, der mit Brahma assoziiert wird und auf der Höhe des Kreuzbeins entlang des Zentralkanals des Körpers liegt;

> BRAHMA JÑANA  höchstes Wissen der Gottesverwirklichung;

> BRAHMAN der formlose höchste Gott, das Absolute; das unendliche Bewusstsein; Realität, die nicht mehr auf ein tiefere Ebene reduziert werden kann;

> BRAHMARANDRA Öffnung zum Absoluten, zu Brahman; oberes Ende der Sushumna;

> BRAHMA SUTRA Haupt-Abhandlung des Vedanta, Autor: Rishi Vyasa;

> BRAHMIN jemand, der Gott durch seinen Geist dient; Mitglied der Pristerkaste;

> BUDDHI Intellekt; Sitz der Intelligenz, höchste Fähigkeit des Menschen in der materiellen Welt; eine der drei Komponenten des Citta; das dritte von 25 Prinzipien der Sāmkhya Philosophie; innere Instanzen der Rezeption – zusammengefasst;

> BUDDHI YOGA intelektuelles Yoga; ein Begriff, der auf Samkhya angewendet wird;

> CARYA Wandel;

> CELA Schüler, Jünger;

> CHAKRA Rad; spirituelles Energiezentrum (Plexus); jedem Chakra ist ein Grundbedürfnis zugeordnet. Wenn das Zentrum geöffnet ist, kann die Energie, die durch das Chakra fließt, den Bedürfnissen und Anforderungen mühelos begegnen. Wenn eine Blockierung in einem der Zentren besteht, stockt die Energie und es ist schwieriger, Absichten in die Realität umzusetzen;
erstes Chakra: Wurzelchakra / Mulhadhara Chakra / Wurzel / Existenzerhaltung
zweites Chakra: Kreativitätschakra / Svadhisthana Chakra / Sexualität
drittes Chakra: Energiechakra / Manipura Chakra / Nabel / Macht
viertes Chakra: Herzchakra / Anahata Chakra / Liebe
fünftes Chakra: Kommunikationschakra / Vishudda Chakra / Hals / Ausdruck
sechstes Chakra: Drittes Auge / Ajna Chakra / Intuition
siebentes Chakra: Tausendblättriger Lotus / Sahasraha / univ. Bewusstsein. Quelle: Deepak Chopra, ‚Die sieben geistigen Gesetze des Yoga‘;

> CHARAKA SAMHITA Abhandlung über Ayurveda; der Autor Charakasoll eine Inkarnation von Patañjali sein;

> CHANTEN rezitieren von Mantren oder heiligen Silben. Da in der Yoga-Philosophie alles aus Schwingung besteht, spielt das rezitieren von Mantren eine ausserordentlich grosse, Realität erschaffende Rolle. So wird durch jedes eine ihr zugeordnete Gottheit in ihrer induviduellen Gestalt im Rezitator materialisiert. Mantren werden daher, gerade wenn sie sehr oft wiederholt werden als sehr machtvoll angesehen;

> CIKITSĀ Therapie;

> CIT reines Bewusstsein, der Geist, Brahman; das kosmische Bewusstsein, ist der allwissende, passive Zeuge des Geschehens; Citta (das erschaffene, individuelle Bewusstsein) hingegen ist aktiv, beeinflussbar und von den Dingen gefesselt, da es sich auf eine direkte Beziehung zur Aussenwelt einlässt. Wenn man diese Beziehung analysiert und schließlich zum Stillstand bringt, dann wird Citta von Cit, seinem Ursprung, wie von einem Schwerkraftzentrum angezogen und nimmt dessen Charakter an. In einem Erleuchteten sind Cit und Citta eins. Für gewöhnliche Menschen liegt das Problem darin, dass sie das individuelle Bewusstsein für den Seher in sich halten, während es ihn in Wirklichkeit verdeckt. Wenn wir Citta erkunden, wird uns klar, dass es kein eigenes Licht besitzt, sondern von seinem Erzeuger, dem Seher abhängig ist. Solange wir das nicht erkannt haben, wirkt das Bewusttsein wie ein Prisma, das die Wahrnehmung verzerrt. Verschmilzt es jedoch mit dem Seher, so wird es ein vollkommener Spiegel und wirft sein eigenes reines Bild zurück – die Seele reflektiert sich selbst;

Citta kann also in zwei Richtungen gelenkt werden, nach aussen zu seiner ‚Mutter‘ (prakriti) oder nach innen zu seinem ‚Vater‘, dem Geist (purusha). Yoga zeigt uns, dass Citta letztlich den zweiten Weg zu nehmen hat. Yoga zeigt aber nicht nur das Ziel, sondern stellt auch die Mittel bereit, mit denen es zu erreichen ist. Wer seine Seele findet ist ein Yogeśvara, ein Herr / Diva des Yoga, oder ein Yogirāja, ein König / eine Königin unter den Yogis. Für einen Yogeśvara gibt es keine Aktionen und Reaktionen mehr. Er ist aus den Fängen der Natur und des Karma befreit. Von jetzt an ist in seinem Citta nichts mehr vorhanden, das Nachwirkungen erzeugen könnte; seine / ihre Worte und Taten binden ihn / sie nicht länger an die Natur. So wie die Öllampe erlischt, wenn man sie nicht mehr nachfüllt, so vergehen Denken und Fühlen eines Yogi, der seinen Begehren keinen Brennstoff mehr zuführt. Das Wissen, das man durch die Wahrnehmungssinne, den inneren Sinn und den Intellekt erwirbt, ist nichts gegen das Wissen, das aus der Schau der Seele hervorgeht. Dieses intuitive Wissen ist das wahre Wissen;

> CIT-AKĀSHA der innere leere Raum der Seele / in Entsprechung des äusseren leeren Raums der kosmischen Intelligenz – Mahat-Akāsha;

> CITI-SHĀKTI höchste bewusste Macht; Purusha;

> CITTA Gedächtnis-Aspekt des Verstandes; Erinnerung, Gedankeninhalt, Gedankenwellen; nachforschender und ermittelnder Aspekt; besteht aus Ahamkara, Buddhi und Manas; von der Wurzel cit, bewusst sein; die individuelle Entsprechung des universalen Bewusstseins; Sitz der Intelligenz, die dem Gewissen – Antah-Karana – entspringt, dem Organ der Tugend. Wie die Seele der Ursprung des Gewissens ist, so ist das Gewissen der Ursprung von Bewusstsein, Intelligenz und innerem Sinn. Die Denkprozesse des Bewusstseins erstrecken sich auf den inneren Sinn, die Intelligenz und das Ego;
Vergangenheit und Zukunft erzeugen Veränderungen, die Gegenwart ist unwandelbar. das Schwanken des Bewusstseins zwischen Vergangenheit und Zukunft lässt das Zeitgefühl entstehen. Wenn innerer Sinn, Intelligenz und Bewusstsein ruhig des Augenblicks gewahr sind, ohne sich von Bewegungen mitreißen zu lassen, so kommt es zu einer Erfahrung von Nicht-Denken und Nicht-Zeit. Der innere Seher sieht dann ganz direkt, unabhängig von allem Denken und Fühlen. Jetzt ist der Yogi der Herr seines innerern Sinns und nicht mehr dessen Sklave. Das nennt man VivekajaJñāna – lebendiges, wahres Wissen;
Yoga ist also die Kunst und Wissenschaft mentaler Disziplin, durch die der innere Sinn immer kultivierter und reifer wird. Citta ist das Fahrzeug, das den innerern Sinn (Manas) mit der Seele (Ātman) verbindet. Es ist äußerst schwierig, den Sinn des Wortes ‚Citta‘ zu vermitteln, denn Citta ist die subtilste Form der kosmischen Intelligenz (Mahat). Mahat ist das Grundprinzip, die Quelle der stofflichen Welt (Prakriti) – im Gegensatz zur Seele, die sich vollkommen von der Natur unterscheidet.
Das Prinzip des Denkens, auch Gewissen (Antah-karana) genannt, verknüpft das Bewegungsprinzip, die kosmische Intelligenz (Mahat) der Natur mit dem individuellen Bewusstsein, deren Gegenstück. Dieses kann man sich als eine Art Medium denken, in das Ego (Ahamkāra), Intelligenz (Buddhi) und innerer Sinn (Manas) eingebettet sind. Dieses Medium trübt sich mit dem Kontakt mit der Aussenwelt. Der Sādhaka strebt danach, sein Bewusstsein rein und klar zu machen. Wichtig ist hier, dass das Bewusstsein nicht nur das Bindeglied zwischen der evolvierten oder manifesten und der nicht evolvierten oder subtilen Natur darstellt, sondern dass es auch der Seele sehr nahe steht, die der Natur zwar immanent ist, aber keinesfalls zu ihr gehört.
Citta hat vier Ebenen: unbewußt, unterbewußt, bewußt und überbewußt. Die unbewußte Ebene ist der traumlose Schlaf (Nīdra), die unterbewußte Ebene ist der Traum-Schlaf (Svapna), die bewußte Ebene ist der Wachzustand (jāgrat), die überbewußte Ebene ist der Turyā genannte vierte Zustand. Turyā ist gleichbedeutend mit Samādhi, jenem endgültigen Zustand, indem die individuelle Seele (Jīvātman) mit der universalen Seele (paramātman) verschmolzen ist. Durch die eingehende Erforschung des Traumschlafes und des traumlosen Schlafes lernt der Sādhaka, die verschiedenen Bewußtseinszustände zu unterscheiden und in eine einzige Bewußtseinsverfassung zu verwandeln. Er soll auch vor dem Einschlafen die Seele vergegenwärtigen, denn so trägt er diesen Gedanken permanent in sich, im Wachen, Träumen und Schlafen.
Ein Yogi wahrt eine Art passive Wachsamkeit, in der er der Denktätigkeit weder einfach ihren Lauf lässt noch sie zu unterdrücken versucht. Das ist reflektierende Kontemplation.
Die sieben Stufen des Bewußtseins sind nach Patañjali:
das entstehende Bewußtsein (Vyutthāna-citta)
das einschränkende oder zügelnde Bewußtsein (Nirodah-citta)
das geformte oder individualisierte Bewußtsein (Nirmāna-citta)
das stille Bewußtsein (Praśānta-citta)
das gesammelte, aufmerksame Bewußtsein (Ekāgratā-citta)
das zerrissene Bewußtsein (Chidra-citta)
das reife oder reine Bewußtsein (Paripakva-citta oder Divya-citta); Quelle: B.S.K Iyengar, ‚Yoga – der Weg zu Gesundheit und Harmonie‘;

> CITTAVRITTI geistige Unausgeglichenheit; der / die Sādhaka wird einerseits durch sein / ihr Ich, andererseits durch wahrgenommene Objekte beeinflusst. Lässt er / sie sich allzusehr auf diese Objekte ein, gerät sein / ihr innerer Sinn ins Schwanken. Das ist Vritti. Sie / er muss sich bemühen, zwischen dem ich und den gesehenen Dingen zu unterscheiden, damit er / sie sich nicht in diese verstrickt. Durch Yoga befreit er / sie sich von der Versuchung, die von den Dingen ausgeht, und er führt sein Bewusstsein immer näher an den Seher heran. Indem er die Schwankungen seines / ihres Geistes unterbindet, kommt er / sie dem Ziel näher, dem Samādhi. Wenn es dem Sādhaka gelingt, alle inneren Bewegungen anzuhalten, so hat er die yogische Disziplin verwirklicht und sein Ziel erreicht: das Bewusstsein bleibt rein. Daher ist Yoga sowohl das Mittel als auch das Ziel. Wenn die Wellen des Bewusstseins geglättet wurden und ruhen, können sie das wahre Erscheinungsbild der Seele nicht mehr überlagern. Dann offenbart sich der strahlende Seher als das, was er ist, und weilt nun in seinem eigenen Glanz. Das Bewusstsein hat die natürliche Neigung, sich auf äußere Dinge einzulassen, den Seher zu ihnen hinzuziehen und zur Identifikation mit ihnen zu veranlassen. Der Seher ist dann völlig von äußeren Dingen in Anspruch genommen. Dies führt zur Zersplitterung der Intelligenz und lässt den Seher sein eigentliches, leuchtendes Wesen vergessen. Die Identifikation mit den wahrgenommenen Dingen trübt das Bewusstsein und löst Verhaltens- und Stimmungsänderungen aus.
Wenn das Bewusstsein die Führung übernimmt, tritt der Seher zwangsläufig in den Hintergrund. Die Ursache von Veränderungen liegt im Bewusstsein, nicht im Seher. Das Bewusstsein sieht die Dinge gemäß seinen Vorlieben und Abneigungen und erzeugt dadurch Schwankungen und Veränderungen im Denken. Die Yoga-Übung und die mit ihr angestrebte Zügelung haben den Zweck, das Bewusstsein von seiner Identifikation mit den Phänomenen der Welt zu befreien, indem die trügerischen Sinne gebändigt werden, damit die gereinigte Citta-Linse ausschließlich und ohne Hindernisse das Licht der Seele durchlässt;

> CITTAVRITTI NIRODA Beginn des Yoga Sūtras – die Gedankenströme und mentalen Schwankungen zum Stillstand bringen, die Stress verursachen;

> DEVA himmlisches Wesen; göttliche Form; oft einfach als ‚Gott‘ übersetzt;

> DEVANAGARI 1.) wörtl. ‚Stadt der Götter‘; 2.) die Schrift in der Sanskrit notiert wird;

> DARSHANA  Schau; Vision, Weisheit; philosophische Ausrichtung; reines Bewusstsein, Gottes-Schau bzw. eines Heiligen; heilige Vision; Unterscheidungsvermögen (die Unterscheidung zwischen Purusha und Prakriti betreffend) Weg des Wissens; Philosophie; Segnung einer verwirklichten Seele;

Ausserdem: philosophisches System; die Darshanas werden unterteilt in orthodoxe und heterodoxe Systeme unterteilt, jenachdem, ob sie die Autorität der Veden anerkennen oder nicht; Orthodoxe Darshanas sind Samkhya (rationale Analyse); Yoga (Wissenschaft von den den mentalen Zuständen); Mimamsa (Wissenschaft von der Handlung); Vedanta (Analyse der Upanishaden); diese Systeme stehen nicht in Konkurrenz zueinander sondern ergänzen einander; zu den heterodoxen Darshanas gehört der Jainismus (eine Abspaltung vom Hinduismus wie der Buddhismus); Baudha (Buddhism) und Charvaka (Materialismus); Tantra ist ein Spezialfall, da es weder von den ortodoxen noch von den heterodoxen Systemen akzeptiert wird;

> DEVA himmlisches Wesen;

> DEVATĀ Gottheit;

> DHARĀNA Konzentration; sechstes Glied des achtgliedrigen Yogaweges;  bündelt das Bewusstsein und richtet die Aufmerksamkeit genau auf einen Punkt. Die Bedeutung von etwas wächst für den Betrachter, wenn er / sie die Aufmerksamkeit darauf lenkt. Ob Du Deine Aufmerksamkeit darauf richtest, Deinen Körper zu trainieren, an einer Beziehung zu arbeiten oder Spiritualität in Dein Leben zu integrieren, das Objekt Deiner Wahrnehmung wird durch Deine Aufmerksamkeit lebendig und zu einer treibenden Kraft in Deinem Leben. Ein wesentlicher Bestandteil von Yoga ist die Verfeinerung Deiner Aufmerksamkeit, um körperliche und geistige Heilung und Transformation zu unterstützen. Wenn Du Deine Aufmerksamkeit auf etwas lenkst, haben Deine Absichten einen mächtigen Einfluss darauf, was davon in Deinem Leben eine Rolle spielen wird. Nach der Philosophie des Yoga haben die Absichten ein unendliches Organisationsvermögen. Deepak Chopra, ‚Die sieben geistigen Gesetze des Yoga‘;

> DHARMA kosmische Ordnung, Gesetz; Rechtschaffenheit, Wert, göttliches Gesetz; Charakteristik, Attribut; das, was zusammenhält – der Atem; Moral, Verhaltenskodex, Pfad der Rechtschaffenheit;

> DHARMAMEGHA SAMĀDHI das höchste erreichbare Samādhi, wenn den Yogi nicht  mehr an Allwissenheit und Allmacht interessiert ist;

> DHARMA SHASTRA Schriften über die rechte Handlung;

> DHARMENDRIYA Gewissen, Verkörperung der ethischen und moralischen Prinzipien. Dharmendriya (auch antah-karana) wacht über unser richtiges und falsches Verhalten;

> DHARMIN Objekt als solches, So-heit eines Objektes; Wesen des Objekts;

> DHYĀNA Meditation, der Erfahrungsakt der Beobachtung von Bewusstseinszuständen; auch wenn sich Situationen, Lebensumstände, Menschen und Gegenstände dauernd verändern, ist der Teil von Dir, der diese Veränderungen beobachtet, die Essenz Deines Wesens – die Seele. Die unmittelbarste Art, diesen Zustand konzentrierter Beobachtung von Bewusstseinszuständen zu erreichen ist die Meditation. Die verlängerte Konzentration, sättigt den Geist, bis er zur Quelle unserer Existenz vordringt und sich die intellektuelle und bewusste Energie im Sitz der Seele auflöst. Quelle: Deepak Chopra, ‚Die sieben geistigen Gesetze des Yoga‘;

> DHYANANISTHA immer in einer meditativen und kontemplativen Haltung und immer im Bewusstsein Gottes sein (Eigenschaft eines Gurus);

> DHYANA YOGA Grundlage aller Yoga-Richtungen. Auf dem Fundament von Kriya Yoga werden Konzentration, Meditation und Samadhi erfolgreich aufgebaut;

> DIKSA spirituelle Initiation; Einweihung;

> DIRGHA vollständige Atmung; reinigend und balancierend; Die drei Bereiche der Lunge werden dabei bewusst mit Luft gefüllt. Man beginnt mit dem unteren Drittel der Lungenflügel, geht dann zum mittleren und schließlich zum oberen über. Wenn Du Deine Absicht dorthin lenkst, wo Dein Atem wirken soll, wirst Du eine sehr entspannende und befreiende Wirkung spüren. Sowohl das Einatmen als auch das Ausatmen erfolgen über die Nasenlöcher.

> DOSHAS in Ayurveda, die drei Konstitutionstypen des Körpers – Vata, Pitta und Kapha;

> DRASHTĀ letzte Instanz der Betrachtung, Purusha;

> DRISHTI der Blickpunkt – im Ashtanga Vinyasa Yoga für jede Position genau vorgegeben, um die mentale Stabilität zu trainieren; eine der Tristana Methoden des Ashtanga Yogas;

> DRISHIMĀTRA reines Sehen – bezieht sich auf den Seher (Drashtiri). Die Intelligenz trübt das Bewusstsein dadurch, dass sie sich für den wahren Seher hält und die Seele vergisst. Behält die Intelligenz jedoch ihr Unterscheidungsvermögen, so bleibt auch das Bewußtsein klar und ungetrübt, und dann wird der Seher durch nichts verdeckt oder verdunkelt. Da die Intelligenz zur manifesten Natur gehört, verändert sie sich bewußt oder unbewusst ständig. Sie unterliegt dem Einfluß der Gunas, während der Seher, Purusha, über ihnen steht – unwandelbar und stets bewußt; Natur und Intelligenz sind nur dazu da, dem wahren Ziel des Sehers zu dienen, der Befreiung. Die Intelligenz dient als wirkende Kraft des Sehers und hat die Aufgabe, das Bewußtsein von Avidya zu befreien. Der natürlichen Neigung aller Wirkkräfte der Seele – des inneren Sinns, der Wahrnehmungssinne und der Organe des Handelns -, sich von der sinnlichen Welt der Phänomene anziehen zu lassen und sich mit ihr zu identifizieren, muss mit der Unterscheidungskraft der Intelligenz begegnet werden. Wird der Sādhaka nachlässig oder unafmerksam in seiner Sādhana, so beeinträchtigen die Sinne den Seher, sodass er sich erneut in die Welt sinnlicher Freuden verstrickt. Deshalb ist dieses unermüdliche Forschen und Unterscheiden der Intelligenz das innerste Streben (Antarātmasādhanā). Sobald die Prinzipien der Natur, die dem Seher als Wirkkräfte dienen, ihren Zweck erfüllt haben, nämlich ihn aus dem Gefängnis des Inneren Sinns zu befreien, kommen sie zur Ruhe. Die Beziehung des Sehers zur Natur endet. Die Natur existiert für ihn nicht mehr. Er vermag jetzt seine eigene Form (Svarūpa) anzunehmen. Der Seher muß in stetiger wacher Aufmerksamkeit sein Bewußtsein im Auge behalten und sich ohne Anhaftung, als reiner Betrachter, mit der Natur verbünden. Dann führt diese ihren Besitzer, die Seele zur Freiheit (Moksha).

Mangel an spiritueller Einsicht (Avidyā) ist der Grund für die falsche Identifikation des Sehers mit dem Gesehenem. Vidyā, das unterscheidende Erkennen, beseitigt Unwissenheit. Wenn klare Einsicht alle Zweifel beseitigt, leitet das reine Verstehen die Lossagung und Loslösung ein, die uns von den Fesseln weltlicher Bindung befreien. Die Vernichtung (der Unwissenheit durch richtige Erkenntnis) zerreißt die Verbindung (zwischen dem Seher und dem Gesehenen). Das ist die Befreiung des Sehers. Jetzt haben die Objekte keinen Einfluß mehr auf den Seher, die Leiden hören auf.
Die Methoden des Yoga sind speziell darauf abgestimmt, uns vor den Irrtümern und Fehlern zu bewahren, die künftige Leiden nach sich ziehen, und sie verhelfen uns zu der Kraft und dem Mut, die wir brauchen, um mit den unvermeidlichen Schwierigkeiten des Lebens fertig zu werden. Wir wissen, dass unserer innerer Sinn sich lieber den Freuden der Welt als der Schau der Seele zuwendet. Er ist eine Brücke zwischen den äußeren Sinnen und dem Geist. Patanjali mahnt den Sādhaka, seinen inneren Sinn zu schulen und Unterscheidungskraft auszubilden, sodass er alle Dinge und Geschehnisse nur als das sieht, was sie sind – dann haben sie keine Macht mehr über uns: Wir sind (vorübergehend) Materie und von Materie umgeben. Der Austausch mit der Materie oder Natur ist die Rahmenbedingung unseres Lebens. Ohne Unterscheidungsvermögen gewinnen wir keine Freiheit, aber mit Einsicht und Übung können wir diesen Austausch als Zugang zu endgültigem Frieden und höchster Glückseligkeit nutzen.

Yoga, sagt Patanjali, ist die Kunst, uns auf jeder Ebene, von der grobstofflichen bis zur subtilsten, mit der natürlichen Ordnung des Universums in Einklang zu bringen, einen Zustand vollkommener Gesundheit zu erreichen, der Stabilität bedeutet, und den inneren Sinn durch wahre Einsicht zu kultivieren, um schließlich der nichtdifferenzierten Unendlichkeit zuzustreben. Der Seher – Drashta – ist der absolut Erkennende – personifizierte Bewußtheit. Er selbst ist zwar rein, lässt sich aber durch die Winkelzüge des inneren Seins in das Naturgeschehen verwickeln. Dennoch ist die Natur mit all ihren Aspekten dazu da, dem Seher zur Erfahrung abgeklärter, unverfälschter göttlicher Reinheit zu verhelfen. Dann ziehen sich die Elemente der Natur und ihre Entsprechungen zurück, um mit der Wurzel der Natur – Mula-Prakriti – zu verschmelzen.

> DRISHYA Objekt der Wahrnehmung oder des Wissens;

> DVANDVA Unempfindlichkeit gegenüber Hitze oder Kälte;

> DUHKHA Leiden, Schmerz und Elend lösen eine kettenreaktion von Haß und Widerwillen aus. Durch die Gedanken an entschwundene Freuden und von unerfüllten Wünschen gepeinigt, verfällt der Mensch dem Leiden. Auf dem Gipfel seiner Not beginnt er sich selbst, seine Familie und seine Umgebung zu hassen und verliert alles Selbstwertgefühl. Die Leiden können drei Intensitätsgrade haben: grob (sthūla), subtil (sūksma) und höchst subtil (sūksmatama). Gegen die groben ist Tapas wirksam, gegen die subtilen Svādhyāyand gegen die höchst subtilen Īśvara-Pranidhāna;

> DVAITA Zweiheit;

> DVESHA Abneigung, Aversion, Haß;

> EKAGRATĀ auf einen Punkt gerichtete Aufmerksamkeit; die mentale Fähigkeit, den Geist auf einen Gegenstand zu richten und diesen konzentrierten Geisteszustand eine Zeit lang zu halten; der Geist hat Kummer und Hindernisse besiegt, er hat Richtung, Konzentration und Bewusstsein gewonnen, lebt im Jetzt, ist weder in der Vergangenheit gefangen, noch in der Zukunft;

> EKAM das Eine;

> EKATVA Einheit;

> GANDHA das subtile Erd-Element; Quantum (Tanmatra) des Elements Erde; Geruch;

> GANESHA der erste Sohn von Shiva und der großen Göttin Uma Parvati; Glücksgott;

> GAYATRI das heiligste aller Mantren; empfangen von Rishii Vishvamitra;

> GARUDA in der vedischen Mythologie ist Garuda der Adlergott halb Mensch, halb Vogel. Er wird oft als Träger Vishnus, dem Erhalter, portraitiert. Garuda zerstört Hindernisse, die der Erfüllung von Wünschen im Wege stehen.

> GHATAVASTHA mittlere Stufe des Yoga-Übens: der Geist lernt, sich in Übereinstimmung mit dem Körper zu bewegen; in dieser Stufe beeinflussen die Veränderungen des physischen Körpers den mentalen Bereich; In diesem Stadium werden die Übungen schon relativ gut beherrscht, der Körper kann bewusst gesteuert werden. Jetzt geht es darum, den Geist dazu zu bringen, die einzelnen Körperteile mental zu erreichen und bewusst wahrzunehmen.

> GOVINDA eine Kuh-Herde; ein Name des Lord Krishna der sich um dem mörderischen Zorn seines Onkels Kamsa zu entkommen, in einem entlegenen Dorf versteckt hielt;

> GRANTHI energeitische und karmische Knoten, die entlang der Wirbelsäule in der innersten Körperschicht liegen; diese sollen durch die yogische Praxis gereinigt oder ‚durchgebrannt‘ werden;

> GUNAS Ausdruck der Shankhya-Philosophie, die besagt, das Prakriti (Natur) – im Gegensatz zu Purusha (der Seher) – aus drei Gunas oder Qualitäten, Grundeigenschaften sattva (Spiritualität, Ausgeglichenheit, Reinheit und Weisheit), rajas (extreme Aktivität und Unrast) und tamas (Trägheit und Faulheit), besteht;

> GURU Spiritueller Lehrer, Meister, der Verwirklichte. Gu – ‚Dunkelheit‘, ru – Licht, einer, der den Suchenden von der Dunkelheit ins Licht führt; der Guru diszipliniert seinen Schüler nicht durch Strenge, sonden durch Sensibilisierung des Bewusstseins, so entwickelt er selbst innere Disziplin, er schreitet mit gutem Beispiel voran und befolgt selbst die moralischen Grundsätze; der Guru verfeinert seine Lehrmethoden ständig; er bindet sich nicht emotional mit dem Schüler; der Guru sollte selbstbewusst, herausfordernd, fürsorglich, umsichtig, konstruktiv und mutig sein; sein Unterricht klar verständlich und kreativ; seine eigene Hingabe an den Unterricht soll klar erkennbar sein;
der Guru muss über riti und niti – Methode und Moral – verfügen;
Gu – bedeutet auch das Unsichtbare, während ru das Sichtbare bezeichnet. Das Unsichtbare benützt das Sichtbare als Instrument; der wahre Guru ist Gott selbst, der menschliche Guru ist nur sein Werkzeug oder Vermittler;

> GURUDEV(A) respektvoller und verehrende Bezeichnung für den Guru;

> HAMSA Schwan; Metapher für die Seele; ham ist der grobstoffliche Körper, sa ist das Selbst, die Seele, der einatmende Gott, Atman. Der ham-Körper ist nahezu tot, wenn sa, die Seele nicht einatmet und Sauerstoff aufnimmt. In der Hypophyse ist ein zweiblättriges Lotos, ein Blatt repräsentiert ham (den grobstofflichen Körper), das andere sa (die Seele). Ham, der grobstoffliche, physische Körper oder ‚Ich bin‘ denkt von sich: ‚Ich bin der König, der Meister meines ganzen Seins‘. das wahre Ich ist aber das Selbst, die Seele, sa. Sa befindet sich im gesamten menschlichen System. Sa ist die alleinige handelnde Instanz im Körper. Ohne Anwesenheit von Atman, der Seele ist der menschliche Körper ein toter Körper. Ein toter Körper kann nicht einatmen, folglich kann die Einatmung nicht ham sein, da die Kraft Gottes, dh. sa einatmet; Der ausströmende Atem ist ham, der einströmende sa. Nur die Seele kann den Atem einziehen;

> HANUMAN Affengott, Held der Ramayana; Superheld ohne Ego und perfekter Verehrer;

> HATHA wörtlich ‚Kraft, kraftvole Anstrengung‘; Hatha Yoga ist eine Vorbereitung für Raja Yoga und beschäftigt sich mit der Kontrolle des Körpers durch Prānāyāma, asanas, bandhas und mudras. Ha-tha bedeutet auch Vereinigung von Sonnen- und Mond-Prinzip bzw. von Prana und apana vayus. Hatha Yoga ist untrennbar mit Raja Yoga verbunden, der auf der Kontrolle des Verstandes abzielt.

> HATHA YOGA Tantrische Schule des Yoga, die ungefähr 1100 nach Chr. von Ghoraknath gegründet, bedeutet wörtlich ‚Ha‘ Sonne, ‚Tha‘ Mond, der Schwerpunkt liegt auf dem Ausgleich von solarer und lunarer Energie in den Ebergiekanälen des Körpers

> HATHA YOGA PRADIPIKA eine alte, überlieferte Abhandlung über Yoga, die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammt. Ihr Autor, der Weise Svatmarama, gibt Anfängern praktische Ratschläge für die Entwicklung des Körperbewusstseins hin zur wahren Erkenntnis der Seele. Im Unterschied zu Patanjali, der die Suche der Seele durch Zurückhaltung des Bewusstseins, Citta, erreicht, beginnt Svatmarama seine Abhandlung mit dem Zurückhalten der Energie, Prana. Das Erkennen der Seele durch Zurückhaltung der Energie wird Hatha-Yoga genannt, während wahre Erkenntnis durch Zurückhaltung des Bewusstseins als Raja-Yoga bekannt ist;

> HIRANYA-GARBHA goldener Schoß; die nichtpersonale Essenz und Quelle allen Seins (auch: Brahman); Allwissender Schöpfer;

> HRIDAYA Herz; das psych-physische Zentrum, wo man Freude und Schmerz spürt;

> IDĀ wörtlich ‚die Erquickliche‘; Energiekanal zur Linken der Wirbelsäule, der lunare Nadi – korrespondiert mit der tamasischen Qualität der Natur;

> INDRA Gott des Donners; König der Himmel;

> INDRĪYA Organe der Handlung oder der Wahrnehmung;

> ISHTADEVATA Meditationsgottheit; persönliche Projektion, die erlaubt, eine Verhältnis zum höchsten Weseherzustellen;

> ISHVARA das höchste Wesen; persönlicher Gott; Brahman mit Form;

> ISHVARA PRANIDHANA Hingabe zu Gott, bei jedem Schritt im Leben Liebe zu geben; die fünfte der Niyamas – Während des Übens einer Āsana sollte man die Aufmerksamkeit auf den inneren Körper richten, indem man den Geist nach innen lenkt. So gelingt das Āsana mühelos, sie tilgt den Makel des grobstofflichen und des feinstofflichen Körpers – Körper, Geist und Selbst werden eins. Nun beginnt Ishvara Pranidhana. Gott, Ishvara (die universale Entsprechung des individuellen Purusha) als wirklich Handelnden in jeder Aktivität zu erkennen. Letztendlich bedeutet Ishvara Pranidana, sich der Weisheit des Ungewissen zu überlassen. Das Gewusste ist die Vergangenheit. Wahre Transformation, Heilung und Kreativität ergeben sich aus der Bewusstheit des Augenblicks. Dies bedeutet, dass wir die Vergangenheit loslassen und die Ungewissheit annehmen müssen. Sich dem Göttlichen anvertrauen.

> ISTA persönliche Gottheit;

> JAGAT GURU ein ‚Welt-Lehrer‘; eine Ehrung die Lehrern wie Shankaracharya oder Ramanujacharya zukommt;

> JAGANNATHA Herr des Universums;

> JALANDHARA BANDHA Kinnverschluss; das Wort Jalandhara leitet sich von den Wurzeln Jala, was ‚Netzwerk‘ bedeutet, und Dhara, was ‚aufwärtsströmender Fluss‘ bedeutet. Die Jalandhara-Atmung wurde entwickeln, um das Nervennetz und die Energiekanäle des Halses zu stimulieren. Energieblockaden in dieser Region führen zu chronischen Verspannungen im Nacken, Heiserkeit und Schilddrüsenproblemen;

> JAPA Murmeln; das andächtige und bewußte Wiederholen eines Mantras; Mantra-Yoga ist Vereinigung der verkörperten Seele mit Gott durch Wiederholen des Bija-Mantras, dem Grundton Gottes; In Kriya-Yoga gibt es eine Technik, die die Essenz des Laya-Yoga enthält: Das Bewusstsein ist völlig in den göttlichen Ton, OM, den inneren kosmischen Ton der Schwingung, versunken;

> JĀTI Geburt, Art;

> JĪVA individuelles, phänomenales Selbst, das durch den Kontakt mit den Phänomenen gechaffen wurde; nicht das wahre Selbst;

> JIVANMUKTI ein vom Kreislauf von Geburt und Tod bereits zu Lebenszeit Befreiter;

> JIVANMUKTA jemand der Befreiung, Kaivalya erreichht hat, aber noch nicht den Körper aufgibt, jemand, noch zu Lebzeiten durch das reine Wissen geläutert wurde, der aber vom Kreislauf der Wiedergeburten befreit ist;

> JIVAS verkörperte Seelen, Eine Jiva durchläuft 8 400 000 Leben, bevor sie Befreiiung erlangt. Davon finden 400 000 Geburten in einem menschlichen Körper statt. Das Ziel des menschlichen Lebens ist es, das Ufer der Unsterblichkeit zu erreichen, wofür der menschliche Körper als Boot benutzt wird.

> JIVATMA das individuelle Selbst;

> JÑĀNA Wissen, Erkenntnis über das selbst, über Essenz, Geheimnis und Bedeutung aller heiligen Bücher; spirituelles Wissen wird auch durch persönliches Hören der Worte eines verwirklichten Meisters erlangt.
Die sieben Erkenntnis-Stufen sind:
das Wissen um den Körper (Śarīra-Jñāna)
das Wissen um die Energie (Prāna-Jñāna)
die Beherrschung des inneren Sinns (Mano-Jñāna)
die Stabilität der Intelligenz (Vijñāna-Jñāna)
durch Erfahrung gewonnenes Wissen (Ānubhavika-Jñāna)
die Essenz der wahren Erkenntnis (Rasātmaka-Jñāna)
die Erkenntnis des Selbst (Ātma-Jñāna)
Durch yogische Praxis gewinnt der Sādhaka Herrschaft über seinen Körper und seine Energien, zügelt er die Bewegungen des inneren Sinns und gelangt zu reifer Urteilskraft. Dadurch handelt er richtig, es wird licht in ihm. So wird er dessen, was er im tiefsten Inneren ist, vollkommen gewahr, er erlangt die höchste Erkenntnis und übergibt sich schließlich der universalen Seele (paramātman);

> JNANA MARGA der Weg zum Wissen, auf dem der Suchende lernt, das Wahre vom Unwahren zu unterscheiden

> JÑĀNA YOGA Yoga des Wissens; Pfad der Vernunft, des Denkens und des Unterscheidungsvermögens; lehrt, dass Gott überall und in allem ist, der Jnana-Yogi unterscheidet nicht zwischen Selbst und Gott.
Das Yoga des Verstehens wurde in den Upanishaden ‚Messers Schneide‘ genannt. Das ist als Warnung an uns zu verstehen, diesen Pfad vorsichtig zu begehen. Während wir lernen, die Naturgesesetze zu verstehen, besteht die Gefahr, dass wir arrogant werden. Arroganz bläst das Ego auf und das Ego überschattet den Geist. Das ursprünglich friedliche Streben nach Entdeckung führt dann zu Entfremdung von eben jener Quelle, die einst Intimität mit der Natur anstrebte. Wahre wissenschaftliche Größen sind für ihre Bescheidenheit bekannt, denn während sie die Geheimnisse des Unbekannten untersuchen und entwirren, gewinnt das Unbekannte an Bedeutung und scheint noch unerklärlicher als zuvor. Bescheidenheit führt zu Staunen, welches wiederum zu Unschuld führt. Die Rückkehr zu Unschuld ermöglicht uns, in das leuchtende Mysterium des Lebens einzutauchen und uns ihm hinzugeben;

> JÑĀNA-PRASĀDA höchste Weisheit, wenn alle Schleier der Unwissenheit entfernt wurden;

> JNANENDRIYAS 5 Organe der Wahrnehmung (Augen, Ohren, Nase, Mund, Haut);

> JÑANIN Wissender (vom Selbst);

> JYOTIS Licht, Glanz;

> KAIVALYA Freiheit; Einzigkeit; vollkommene Loslösung; Befreiung des Purusha (von Vermischungen mit Prakriti); endgültige Emanzipation; All-eins-sein; höchstes Stadium des Gottesbewusstseins, das Höchste; Zustand absoluter Losgelöstheit in Freiheit und Reinheit; wenn der Geist im Meer der Seele aufgelöst ist; vollkommener Daseinszustand; die Freiheit der Emanzipation; Absolute Befreiung; Kaivalya bedeutet Ausschließlichkeit oder ewige Befreiung. Es ist die Erlösung vom Karma, dh. von den Folgen und den Verpflichtungen, die unser handeln nach sich zieht. Kaivalya ist ein absoluter, unteilbarer Seinszustand. Das Denken, der innere Sinn, der Intellekt und das Ego fallen vom Yogi ab, und er unterliegt nicht mehr dem Spiel der Gunas. Er wird ein Gunātītan, ein reiner, makelloser Mensch. Kaivalya ist ein Zustand einzigartiger Fülle und Vollendung; das Handeln von viererlei Art sein: schwarz, weiß, grau (den jeweiligen Gunas entsprechend) oder ohne jede Färbung; eine Handlung der letzteren Art ist frei von Absichten, Motiven und Wünschen, sie ist unabhängig vom Gesetz von Ursache und Wirkung, das sonst alles Handeln beherrscht; die Eindrücke und Prägungen, die die Handlungen in uns hinterlassen, werden Samskāras genannt, sie gestalten die Zyklen unserer Existenz und bestimmen, wann, wo, und unter welchen Bedingungen wir geboren werden; da die Handlungen des Yogi jedoch rein sind, hinterlassen sie keine Eindrücke, und sie provozieren keine Reaktionen, weshalb nichts von ihnen zurückbleibt; wenn der Ursache-Wirkung-Mechanismus durch reines, absichtsloses Handeln unterbrochen wird, dann transzendiert der Yogi die Welt der Dualität; die Begierden und Anhaftungen haben keine Nahrung mehr und vergehen;

> KAIVALYA PRĀNĀYĀMA Das Ruhen des Atems, es bedeutet, dass man ständig im Bewusstsein der Seele verweilt;

> KALI die göttliche Mutter;

> KALI YUGA das aktuell herrschende Zeitalter; Zeitalter der Dunkelheit, es hat. 3102 vor Christus mit dem Tod Lord Krishnas begonnen; dauert noch weitere. 400000 Jahre;

> KALPA das vedische Glied das die Rituale betrifft;

> KALPASŪTRA Text aus dem 15. Jahrhundert, der den Weg zu Gesundheit und Selbstfindung beschreibt;

> KĀMA Begierde; Begehren, eines der sechs ‚Gifte‘ die Sri K. Patthabi Jois in der Herzgegend lokalisiert;

> KAMADHENU eine himmlische Wunsch erfüllende Kuh, ein Symbol für Fruchtbarkeit und Freigibigkeit;

> KANDAS Abschnitte der Veden; Wurzelknolle, Zwiebel;

> KAPALAPHATI reinigendes, energetisierendes Prānāyāma durch Verengung der Kehle mit Fokus auf die Ausatmung;

> KAPALIKA ein Totenkopfträger; eine. sekte, die Lord Shiva anbetet;

> KAPILA, RISHI Gründer des Samkhya, der ersten systematischen Philosophie;

> KAPHA eines der drei Doshas im Ayurveda, Phlegma;

> KARANA SHARIRA der Kausalkörper; der Körper aus Wissen und Intelligenz;

> KARMA Handlung; der unendliche Kreislauf von Ursache und Wirkung; Handlung, sowohl physisch wie auch mental; religiöses Ritual; die Tat, die aus einem Wunsch hervorgeht. Der endlose Kreislauf von Eindrücken erzeugt Wünsche, die Taten zur Folge haben, die wiederum zu neuen Eindrücken in diesem Kreislauf, der Ihren Geist in ständiger Aktivität hält, führen … Tat … Eindruck … Wunsch … Tat … Meditation ist eine Methode, die Ihnen dabei hilft, sich vorübergehend diesem Kreislauf zu entziehen. Durch den Vorgang, Ihre Aufmerksamkeit sanft zu fokussieren (dharma), während Sie die ständig sich verändernden Gedankengänge Ihres Geistes wertfrei beobachten (Dhyāna), nehmen Sie die Lücken zwischen den Gedanken bewusst wahr und treten in sie ein. In diesem Momenten bekommen Sie einen flüchtigen Eindruck von der unbegrenzten Bewusstseinsebene (Samādhi);

> KARMA MARGA der Weg des selbstlosen Dienens; der höchste Ausdruck des Karma Weges ist die Erkenntnis, dass jede irdische Tat eine des höchsten Wesen ist. Wenn die innere Haltung ist, dass alle Ihre Taten von Gott kommen und zu Gott gehören, dann ist man am Karma-Weg. Der innere Dialog des Karma-Yogi ist: „Ich bin ein Instrument des ewigen Wesens. Jeder meiner Atemzüge und jede meiner Taten ist eine göttliche Regung. Meine Gedanken und meine Taten kommen aus der Unendlichkeit und kehren in die Unendlichkeit zurück.“ Die wahrhaftige Ausführung des Karma Yoga führt zu spontaner Distanzierung von Resultaten und eindimensionaler, fokussierter Aufmerksamkeit. Handeln auf dieser Bewusstseinsebene ist nicht bindend; viel eher ist es befreiend und ermöglicht Ihnen spontan zu erkennen, dass Sie ein ewiges Wesen auf einer kosmischen Reise sind. Karma Yogis empfinden keine Angst, weil sie ohne Sorge sind.

> KARMASHAYA karmischer Speicher; die totale Summe des gesamten Karmas, das über viele Leben hinweg angesammelt wurde;

> KARMA YOGA Yoga der Handlung; im originalen Vedischen Sinn ist Karma Yoga jedes Yoga, das rituelle Handlungen, wie Āsanas, Meditation oder Mantren nutzt, um spirituellen Gewinn zu erreichen ; ausgeschlossen wird dadurch Jñana– und Bhakti Yoga, die nicht auf spirituellen Gewinn aus sind; Der Karma Yogi weiß, dass Gott und nicht er selbst die Tat ausführt und sich um die Ergebnisse kümmert. Dienst an der Menschheit, öffentliche, wohltätige Aktivitäten, Erziehung, Gesundheitsdienste und andere wertvolle Bemühungen zur Milderung des menschlichen Leidens; die Vorgehensweise, wie man in allen Handlungen innerlich frei bleibt. Selbstlosigkeit erzeugt Abstand und Gleichmut gegenüber den Ergebnissen des Handelns. Dies ist die wesentliche Lehre der Gita. Wenn der Beweggrund makellos ist, ist jede Handlung eine spirituelle Tat. Arbeit ist Andacht. Die Gita lehrt, daß derjenige, der seinen Verstand durch Karma Yoga reinigt, unmittelbares Wissen um das Selbst erlangt. Dies führt zur Befreiung und alles Handeln wird letztendlich zu Wissen transformiert;

> KARMENDRIYAS 5 Organe der Handlung (Sprache / vak, Hände / pani, Beine / pada, Enddarm / payu & Genitalien / upastha);

> KARYA SHARIRA grobstofflicher Körper;

> KASTEN im Hinduismus gibt es vier Kasten: Brahmin, Ksatriya, Vaishya und Shudra. Bei genauer Betrachtung finden wir jedoch diese Kasten in jedem Menschen. Eine vedische Hymne sagt, dass oberhalb der Halsregion jeder Mensch Brahmin ist. Verstand, Intellekt und Bewusstsein, die zu Überbewusstsein, kosmischen Bewusstsein und Weisheit führen, wohnen im Gehirn. Daher repräsentiert der Kopf jedes Menschen Brahmin. Wessen Verstand durch Üben on Meditation völlig mit dem Absoluten verschmolzen ist, ist ein Brahmin.
Die Hände eines Menschen entsprechen Ksatriya, weil mit Hilfe der beiden Hände Arbeit verrichtet werden kann.
Die Beine eines Menschen befähigen ihn zu gehen, wohin auch immer er will. So repräsentieren die Beine Vaishyah, mit deren Hilfe viele verschiedene Handlungen durchgeführt werden können.
Die Füße eines Menschen repräsentieren shudrah, da die Füße dem ganzen Körper dienen.

> KĀYA Körper;

> KHYĀTI Schau, Erkenntnis;

> KĪRTAN Lobpreis, Lobgesang;

> KLESHAS Bekümmernisse, Hindernisse, Leiden, Schmerz; es gibt fünf Leiden verursachende Zustände: Unwissenheit oder das Fehlen von Weisheit und Verständnisvermögen (Avidyā), Hochmut oder Selbstbezogenheit, stolzes Ichgefühl, Selbstgefälligkeit (Asmitā), Anhaften, Begierde (Rāga), Widerwille, Haß (Dvesa) oder Todesfurcht bzw. Lebensgier (Abhiniveśa); die Kleśas können verborgen, latent, abgeschwächt oder hochaktiv sein; Patañjali rät zu Gleichmut gegenüber Freuden und Leiden und empfiehlt die Meditation als Weg zur Freiheit und Seligkeit.
Avidyā (Mangel an spirituellem Wissen) und Asmitā (Hochmut) gehören zur Sphäre der Intelligenz / vorderer Teil des Gehirns.
Rāga (Begierde) und Dvesa (Haß) sind emotionaler Natur / Basis des Gehirns, Hypothalamus.
Abhiniveśa (die Sorge um das eigene Überleben, der Wunsch nach Verlängerung des Lebens) gehören zu den Instinkten / rückwärtiger Teil des Gehirns, wo man auch das Unbewußte lokalisieren kann, da hier die subliminalen Eindrücke (Samskāras) gespeichert sind.
Dieses Festhalten am Leben macht uns argwöhnisch im Umgang mit anderen und lässt uns selbstsüchtig und ichbezogen werden; Kléshas können grob oder subtil sein; in beiden Fällen muss man ihnen entgegenwirken. Wie überwindet man sie? Wenn ein Samen trocken gehalten wird, kann er nicht keimen; deshalb muss man jede Leidensart zu ihrem ursprung zurückverfolgen und sie damit Keimunfähig machen.
Der Vater der subtilen Leiden ist der Innere Sinn, dessen Bewegungen deshalb durch den Prozess der yogischen Involution (Pratiprasava) auf den Seher ausgerichtet werden müssen. So werden die subtilen Leiden überwunden, und man tritt in einen nichtpolarisierten Zustand reiner Erkenntnis ein.
Die Schwankungen des bewusstseins (aufgrund von groben oder subtilen Leiden) müssen durch meditation zur Ruhe gebracht werden – Rückzug des Inneren Sinnes in sich selbst;

> KOSHA Hülle; fünf Körperschichten oder -Hüllen, die ein lebendes Wesen ausmache;  In Ihrer pysischen Domäne haben Sie einen erweiterten Körper (das Umfeld, das die unendliche Zufuhr von Energie und Information, die Ihnen zur Verfügung steht, enthält – die Umwelt ist Ihr erweiterter Körper) einen persönlichen Körper – Annamaya Kosha (‚die Hülle die aus Nahrung besteht‘) und einen energetischen Körper – Prānāyāma Kosha (‚die Hülle, die aus lebensnotwendiger Energie besteht‘). Es gibt fünf Prāna-Zentren im menschlichen Körper: den Kopf, den Hals, das Herz, den Bauch und das Becken. Prānāyāma vitalisiert und reinigt diese Hülle, die aus lebensnotwendiger Energie -Prāna – besteht. Der Astralkörper: der Geist ist der Speicher unserer Sinneseindrücke – die erste Schicht des Astralkörpers heißt Manomaya Kosha. Die zweite Schicht des Astralkörpers ist der Intellekt, Buddimaya Kosha genannt. Dies ist der Teil des Geistes, der Unterscheidungen – Viveka – macht (und darauf basierend zu Entscheidungen gelangt); Die dritte Schicht des Astralkörpers ist das Ego – Ahankara – ‚Ich-formend‘, das Selbstbild, das wir von uns haben, das Bild, das wir von uns auf die Welt und auf uns selbst projizieren wollen. Das Ego zieht Grenzen, strebt nach Sicherheit und versucht, sie durch Kontrolle herzustellen. Oftmals ist das Ego auf Anerkennung von außen angewiesen. Die meisten emotionalen Leiden resultieren aus dem Glauben des Ego, etwas unter Kontrolle bekommen zu wollen, das außerhalb seines Einflußbereiches steht; Der Kausalkörper (Domäne der Seele) das Reich der unbegrenzten Möglichkeiten, Ursprung unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche und Erinnerungen und auch der Moleküle, aus der unser Körper und die materielle Welt besteht. Wie der physische und der Astralkörper besteht der Kausalkörper aus drei Ebenen: der persönlichen Domäne der Seele – laut Shankara hat jedes Individuum eine eigene Seele mit einzigartigen Erinnerungen und Wünschen, die seinen Lebensweg bestimmen;

> KRAMA Gang; Reihenfolge; Bewegungsabfolge; Ablauf von Momenten;

> KRISHNA eine Form des höchsten Wesens; Avatar von Lord Vishnu, Lehrer in der Bhagavad Gita;

> KRIYĀ Handlung, Opferritual; Therapie;

> KRIYAMANA das Karma, das man in diesem Leben ansammelt und das in zukünftigen Leben Früchte tragen wird; Vor allem der letzte Gedanke eines Individuums entscheidet über seine nächste Geburt. Die letzten Gedanken werden aus den vorherrschenden Wünschen seines Lebens geformt. Deshalb sind Wünsche die Wurzel von Geburt und Tod. Werden die Wünsche vernichtet, sind die Wurzeln des Karma zerstört und man entkommt dem Kreislauf von Geburt und Tod;

> KRIYĀ YOGA. Yoga der Tat; Kriyā-Yoga hat drei Gesichtspunkte: Tapas (Läuterung des Körpers durch Selbstdisziplin / KarmaMārga), Svādhyāya (Läuterung der Rede durch Selbsterforschung / JñānaMārga / Svādhyāya) und Ishvara-Pranidhāna (Läuterung des inneren Sinnes durch Gottesliebe, Demut / BhaktiMārga); Der Kriyā-Yoga vermindert die Leiden oder beseitigt sie ganz und fördert dadurch die tiefe Meditation, die ein Vorstadium des Samādhi ist. Es geht bei diesem Yoga darum, die Hindernisse für die Meditation aus dem Weg zu räumen und dadurch die Intelligenz zu vollem Leben zu erwecken.

> KRODHA Ärger; eines der sechs ‚Gifte‘ die Sri K. Patthabi Jois in der Herzgegend lokalisiert;

> KSHANA Augenblick, Moment, kleinste Zeiteinheit;

> KSHITI Erde als grobstoffliches Element;

> KSHIPTA der abgelenkte, rastlose Geisteszustand, in dem Gedanken, Gefühle und Wahrnehmungen keinen bleibenden Eindruck hinterlassen (emotionale Instabiltät, Unfähigkeit, Prioritäten zu setzen, sich auf Ziele zu konzentrieren;

> KUMBHAKA Atem-Retention; eine wichtige Prānāyāma Methode; wird manchmal synonym  für Prānāyāma verwendet;

> KUNDALINI die schlafende Lebensenergie die eingerollt wie eine Schlange am Ursprung der Wirbelsäule liegt; die yogischen Techniken zielen darauf ab , diese Energie durch die Shushumna bis zum Scheitel fließen zu lassen; enorme latente Energie mit Sitz an der Basis der Wirbelsäule; die göttliche, kosmische Energie, wird durch Yoga-Agni das Yogafeuer entfacht; wenn Prakriti Shakti die Energie der Natur erweckt wird, gelangt sie in den innersten Kern des Seele, Purusha Shakti; Die Kundalinikraft bleibt unerkannt, wenn unsere Sinne träge sind oder wenn wir uns von Stolz, Maßlosigkeit und Neid leiten lassen und so die Glut dieses Feuers mit Asche überdecken. Erlauben wir negativen Eigenschaften, unser Denken über längere Zeit zu beherrschen, so behindert dies die spirituelle Entwicklung oder bringt sie sogar komplett zum Stillstand;

> KURUKSHETRA Feld der Aktion; der. ort, wo die Schlacht der Mahabharata stattfand; auch eine Metapher für das tägliche Leben;

> KUSHALA geübt in Yoga, jemand der unterscheidendes Wissen erlangt hat;

> LAYA Ruhe, Untergang, Tod, Auflösung;

> LAYA YOGA Yoga der Konzentration;

> LILA das kosmische Spiel Gottes;

> LIŃGA Phallus; Götterbild; Zeichen, Symbol, Indikator, Charakteristik;

> LOBHA Gier; eines der sechs ‚Gifte‘ die Sri K. Patthabi Jois in der Herzgegend lokalisiert;

> LOKA die Welt, eine Unterteilung des Universums;

> MADA Neid; eines der sechs ‚Gifte‘ die Sri K. Patthabi Jois in der Herzgegend lokalisiert

> MADHYAMA die dritte Phase des Klanges; alle subtilen mantrischen Klänge; die Sanskritsprache;

> MAHA groß;

> MAHABHARATA die größte Erzählung die von der Menschheit hervorgebracht wurde, Autor: Rishi Vyasa; enthält die Bhagavad Gita, die Dharma Shastras;

> MAHABHUTA grobstoffliches Element (Ether, Luft, Feuer, Wasser oder Erde);

> MAHAPRALAYA die große Auflösung im Zyklus der Weltalter (Maha Yuga);

> MAHĀMOHA Obsession, große Täuschung, Illusion;

> MAHARADJA großer König; respektvolle Anrede für Heilige;

> MAHASAMADHI große Seele; verwirklichte Seele;

> MAHAMUDRA wörtlich großes Mudra, ‚Maha‚ bedeutet spirituelle Größe, ‚Mudra‚ bedeutet Reichtum; Mahamudra erweckt die Schlangenkraft und führt zur Vereinigung von Seele und Geist; im Kriya Yoga ist es eine Methode, die Wirbelsäule zu strecken, und dadurch die richtige Verteilung von prana, des Lebensstromes, innerhalb der Wirbelsäue anzuregen. Richtiges Üben von Mahamudra verteilt den Strom der Lebensenergie in alle Bereiche des Körpers – durch dieses Aufladen der Wirbelsäule kann man die Lebenskraft in strahlende, alles umfassende spirituelle Energie umwandeln, wodurch wiederum körperliche und geistige Regeneration und Verjüngung beschleunigt wird;

> MAHAT das große Prinzip; das erste und subtilste Stadium der phänome-nalen Manifestation der Natur, die kosmische Intelligenz. Das subtilste aller Prinzipien der Natur ist die kosmische Intelligenz (Mahat), die im Individuum in verwandelter und dynamischer Form als das Ich oder ‚kleine Ich‘ (Asmitā) auftritt. Wenn das individuelle Ich durch die yogische Praxis schwindet, wird Prakriti eins mit dem Selbst. Dies ist die subjektive Erfahrung, die subjektive Erkenntnis;

> MAHAVRATAM das große Gelöbnis, bezüglich der Yamas und Niyamas, niemand ist ausgeschlossen;

> MAHA YUGA Großes Yuga, bestehend aus vier Zeitaltern: Satya Yuga, Treta Yuga, Dvapara Yuga und Kali Yuga;

> MAITHUNA Geschlechtsverkehr;

> MALA Girlande; Gebetskette aus Blüten;

> MĀMSA Fleisch;

> MANAS Denkorgan; Denkvermögen; Sanskrit ‚mentale Instanz‘, eine der Komponenten von Citta, der mechanische Aspekt;

> MANANA Kontemplation;

> MANAVA Mensch – jemand, der mit einem besonderen Bewusstseit ausgestattet ist;

> MANDALA rund; Kreis; Gebiet; heilige Geometrie in Kreisform, ein Gegenstand der Meditation;

> MANIPURA CHAKRA Nabelchakra; zehnblättrige Lotusblüte; Feuer; Kraft, Energie, Macht; Sitz: Lendenregion; hormonelle Zuordnung: Bauchspeicheldrüse; Element: Feuer; Sinn: Sehen; Nahrungszentrum; Mantrasilbe: RAM; ist das Chakra blockiert, ist es der Sitz des Angstgefühls, im aktiven Zustand vermittelt es Ruhe; wenn dieses Zentrum geöffnet und im Fluss ist, gelingt es, Absichten und Wünsche in die Realität umzusetzen. Wenn es blockiert ist, fühlt man sich frustriert und unbedeutend;

> MANOMAYA KOSHA die dritte Schicht des Körpers; Denkhülle, Nabelzentrum, Verstand wird durch Nahrung beeinflusst; jegliche Materie, insbesondere Nahrungsmittel, enthalten Energie;

> MANTRA Meditationswort; heilige Silbe, die symbolisch für eine Gottheit oder das Selbst steht; mystische Silbe, um eine Realität zu verändern oder neu zu schaffen, indem man die Schwingungsmuster beeinflusst, aus denen die Schöpfung besteht; Formel einer mystischen Kraft; von man, ‚denken‘ und tra, ‚Instrument‘, wörtl. ‚Instrument des Geistes‘; Der Geist wird durch den Vorgang der Assoziation wachgehalten, indem man ein Mantra einsetzet, wird die beständige Assoziationskette, die den Geist wachhält durchbrochen. Das bekannteste Mantra ist die Meditationssilbe AUM oder OM von dem traditionell behauptet wird, dass sie das Geräusch ist, das das Universum macht, wenn es sich vom Potentiellen zum Wahrnehmbaren entwickelt;

> MANTRA YOGA eine Form von Yoga, die sich auf die Verwendung von Klangwellen und Rezitationen konzentriert;

> MANUSYA Mensch – jemand, der mit einem besonderen Bewusstseit ausgestattet ist

> MĀRGA Weg;

> MARMAN Gelenk, Verbindung;

> MATSARYA Faulheit, eines der sechs ‚Gifte‘; Böswilligkeit;

> MAYA Illusion, Täuschung, die kosmische trügerische Kraf

> MIMAMSA Erörterung; Ritualismus;

> MISHRA gemischte (Handlung) die sowohl angenehme, wie auch schmerzhafte Folgen haben kann

> MOHA Irrtum, Täuschung; blinde Leidenschaft;

> MOKSHA Befreiung von Bindungen aller Art; Erfüllung des Lebenszwecks; Stadium vollständigen Seelenbewusstseins; Freiheit von durch Täuschung entstandener Knechtschaft und Verhaftung; Erlôsung; Samadhi; Erkenntnis der Identität der individuellen Seele mit der universellen Seele. Durch die Aufhebung des individuellen Egos wird wahre Universalität erreicht. Nur wenn das Bewusstsein mit dem kosmischen Prinzip verschmilzt, werden die Wünsche zerstört. Indem ein Mensch wunschlos wird, kann er durch seine Handlungen nicht mehr gebunden werden;

> MOKSHA SHASTRA Schriften, die sich mit der Befreiung befassen;

> MUDHA der stumpfe Geisteszustand (zB. nach einem Trauma, Trauer, Trübsinn, Depression);

> MUDRĀ energetisches Siegel; gewöhnlich kombiniert mit Āsana, Prānāyāma und Bandha; Yoga-Technik; Positur zur Kontrolle der Lebenskraft oder für rituelle Zwecke;

> MUKHA frei, ungebunden;

> MUKTI Befreiung, Emanzipation; Erlösung;

> MŪLA Wurzel

> MULA BANDHA Wurzel-Energieverschluß; Mula bedeutet Wurzel. Das Wurzelchakra ist die Quelle aller Energie im Körper. Wer lernt, das Prāna in dieser Körperregion zu regulieren, wird in der Lage sein, seine kreativen Kräfte zu konzentrieren;

> MULADHARA CHAKRA Wurzelchakra, vierblättrige Lotusblüte; Element: Erde; Sitz: an der Basis der Wirbelsäule (Coccygeal Plexus, Steißbein-geflecht); Hormonelle Zuordnung: Nebennieren; Mantrasilbe: LAM; Im spiraligen, inaktiven Zustand kontrolliert es die sexuelle Energie; es ist für die Überlebensfunktionen verantwortlich. Wenn Energie ungehindert durch dieses Zentrum fließt, spürt man die Sicherheit, dass die Grundbedürfnisse ohne Schwierigkeiten erfüllt werden können. Wenn dieses Zentrum blockiert ist, reagiert man mit Angst und Sorge;

> MŪLA-PRAKRITI die Wurzelnatur; auf dieser Entwicklungsstufe ist die Natur grenzenlos, eigenschaftslos und undifferenziert, ohne Zeichen ’noumenal‘ (alinga), weil sie nur durch Intuition zu erfassen ist. Die Grundbestandteile der Natur, die Gunas, befinden sich in der Mūla-Prakriti in vollkommenem Gleichgewicht – ein Drittel Sattva, ein Drittel Rajas und ein Drittel Tamas. Die Wurzelnatur evolviert zur Stufe der phänomenalen Manifestation, die ‚mit Zeichen‘ (linga) genannt wird. Hier nun entsteht das Ungleichgewicht in der Verteilung der Gunas, wodurch die Natur ihren unsteten Charakter erhält; von jetzt an hat immer eine Grundqualität das Übergewicht; die weitere Evolution der Natur führt zu einem Stadium, das ‚universal oder nichtspezifisch‘ (aviśesa) genannt wird; der Intellekt vermag es zu erfassen, aber die Sinne können es nicht direkt wahrnehmen. Zu dieser Evolutionsstufe gehören die subtilen Eigenschaften der Elemente, die man sich als eine Art subatomare Feinstruktur denken kann: das Erd-Element (prithivī) enthält das Prinzip des Geruchs, das Wasser-Element (āp) das Prinzip des Geschmacks, das Feuerelement (tejas) das Prinzip des Sehens und der äußeren Form, das Luft-Element (vāyu) das Prinzip der Berührung und das Äther-Element (ākāśa) das Prinzip des Schalls. Auch das Ich-Prinzip gehört zu dieser Gruppe.
Im letzten Evolutionsstadium, Viśesa, nimmt die Natur konkrete Formen an und manifestiert sich sichtbar. Auf dieser Stufe treten die fünf Elemente, die fünf Wahrnehmungssinne (Ohren, Augen, Nase, Zunge und Haut), die fünf Organe des Handelns (Arme, Beine, Mund, Zeugungs- und Ausscheidungs-organe) und schließlich Verstand und Gemüt als der elfte, der innere Sinn hervor. Insgesamt gibt es also vierundzwanzig Prinzipien (Tattvas) der Natur, und als fünfundzwanzigstes die Seele (Purusa oder Ātman). Purusa durchdringt zwar die Natur und transzendiert sie, ist aber seinem Wesen nach völlig verschieden von ihr; Wenn Purusa die anderen Prinzipien aktiviert, setzt der Evolutionsprozeß ein. Zieht er sich andererseits von der Natur zurück, so löst er die Involution aus; Die richtige und angemessene Wechselwirkung zwischen dem Purusa und den Naturprinzipien bringt Glückseligkeit hervor. Für solch einen Purusa wird Prakriti zu einem Himmel; doch wo das Verhältnis der beiden Seiten zueinander nicht stimmt, kommt es zu großem Unglück; In dem Augenblick, wo der Mensch sein Selbst erfährt, sind die Prinzipien der Natur ganz in ihrer ursprüngliche Wurzel zurückgezogen worden, wo sie zur Ruhe kommen und die reine Klarheit des Purusa nicht stören. Yoga zeigt uns, wie diese Involution erreicht werden kann, wobei es auf der untersten Ebene der Manifestation, bei unserem Körper, ansetzt.  Nachdem die Prinzipien in ihre Wurzel zurückgezogen worden sind, ruhen ihre potentiellen Möglichkeiten; die äussere Form der Natur hat sich eingefaltet. Daran liegt es, dass ein Mensch im Samādhi-Zustand zwar noch existiert, aber nicht mehr im üblichen Sinne handelt; Wer die göttliche Vereinigung von Purusha und Praktiti erreicht und dann seine Anstrengungen verdoppelt, steht kurz vor dem Tor zur Freiheit (kaivalya).

> MYSOR STYLE der Ashtanga Yoga Stil der nach der Stadt ‚Mysore‘ in Süd-Indien benannt ist, wo Sri K. Pattabhi Jois lebte; bei dieser Praxis kennen die Studenten die Reihenfolge der Positionen und jeder geht im eigenen Tempo durch die Serie von Positionen, wird aber vom Lehrer wenn nötig korrigiert;

> NĀDA Laut, Ton, Klang;

> NADI wörtlich ‚Fluß‘; Energie Kanäle die den subtilen Körper durchlaufen und die durch die Yogapraxis gereinigt werden; In den klassischen Yogatexten werden 72000 Nadis erwähnt;

> NADI SHODANA Wechselatmung; Reinigung der Nadis; hat eine beruhigende Wirkung und unterstützt den Abbau von mentaler Unruhe, die aus Angstzuständen und Schlaflosigkeit entsteht. Bei dieser Atmung benutzt man die rechte Hand, um den Atemfluss durch Ihre Nasenlöcher zu steuern;

> NAULI KRIYA eine intensive Reinigungsübung, beschrieben in der Hatha Yoga Pradipika, bei der manein Vakuum im unteren Bauch erzeugt und die Bauchorgane von einer Seite zur anderen schiebt;

> NETI KRIYA Nasenreinigung mit Wasser, erwähnt in der Hatha Yoga Pradipika;

> NĪDRĀ  Traumloser Schlaf; der dritte Zustand, der in der Mandukya Upanishad angeführt wird (die anderen sind: Wachzustand (Jagat), Traum (Shushupti) und Bewusstsein (Turiya); ausserdem die vierte mentale Fluktuation, die in Patañjalis Yoga Sūtra 1.6 genannt wird (die anderen sind: richtiges Erkennen; falsches Erkennen; Perzeptualisierung und Erinnern;

> NIGRAHE KSHAMA Führungsqualitäten aufweisen und die Fähigkeit, andere zu disziplinieren (Eigenschaft eines Gurus);

> NIRBIJA SAMADHI Samādhi ohne Samen;

> NÍRGUNA ohne Eigenschaften; ohne Form;

> NÍRGUNA BRAHMAN formloser Brahman; unendliches Bewusstsein;

> NÍRGUNA ĪSHVARA höchste Gottheit ohne Eigenschaften;

> NIRMĀNA CITTA erschaffener Geist;

> NIRODHA Hemmen; zur-Ruhe-kommen;

> NIRODHA-BHŪMÍ angehalten mentalen Tätigkeit;

> NIRODHA CITTA Ziel des Yoga, Aufhören der mentalen Bewegungen;

> NÍRUDDHA wörtlich ‚angehalten‘; der fünfte und höchste Geisteszustand, der kontrollierte und beherrschte Geist (der Geist wendet sich nur Dingen zu, die er bewusst auswählt; ist in der Lage, sich aufeine bestimmte Aktivität zu konzentrieren) Nichts kann diese Versunkenheit stören;

> NÍRUPAKRAMA Handlung die noch keine Wirkung gezeigt hat;

> NIRVANA Zustand von Integration, Befreiung und Reinheit; Gottesverwirklichung;

> NIRVIKALPA SAMĀDHI höchster, durch Meditation zu erreichender Zustand; puls- und atemloser Zustand; Stadium des Stillstandes aller Aktivitäten von Körper, Geist, Gedanken, Intellekt und Ego; vollständige Verschmelzung mit dem Gottbewusstsein; samenloser Zustand;

> NIRVICHĀRA nicht-verbales Erkennen mit subtilen Objekten (Vorstellungen, Konzepten, Begriffen);

> NIRVĪJA ohne Samen; Konzentration ohne Objekt;

> NIRVIKALPA (bezüglich der Konzentration) eine exklusive Konzentration auf etwas ohne Trennung zwischen Erkennenden, Erkanntem und Prozess des Erkennens;

> NIRVITARKA nicht verbales Erkennen von Objekten;

> NIRVRITTI Auslöschung; Auflösung; Lossagen;

> NISHPATTYAVASTHA die letzte Stufe im Üben der Āsanas, das Stadion der Perfektion. Sobald man das Zusammenspiel von Haut und Muskeln versteht, begreift man auch Ātman, das Selbst oder die Seele. Dies befreit den Körper und verbindet ihn auf der Reise von der Endlichkeit zur Unendlichkeit mit der Seele. Körper, Geist und Selbst werden ein einziges Ganzes. In diesem Stadium wirken die Āsanas meditativ und geistig – eine dynamische Meditation;

> NIYAMA Regeln betreffend des Umgangs mit sich selbst; zweites Glied des achtgliedrigen Yogaweges (Reinheit / Sauca, Zufriedenheit / Samtosa, Disziplin / Tapas, Studium des eigenen Selbst oder Spirituaität / Svadhyaya & Hingabe zu Gott bzw. ein höheres Prinzip / Ishvara Pranidana);

> NIYATA-VIPĀKA Auswirkung von Handlungen aus einem einzelnen Leben;

> OM die heilige Silbe, die vom höchsten Wesen ausgesendet wird; der Klang der Ursprung aller anderen Klänge ist und wohin alle Klängewieder zurückkehren; Klangwelle des universellen Bewusstsein; die göttliche Silbe; heiligstes Wort der Veden; Repräsentation der drei Körper des Menschen oder der dreifachen göttlichen Qualitäten; der menschliche Körper ist ein Mikrokosmos, und der Ton des ‚kosmischen Motors‘ ist OM: Shabdabrahma – OM ist Gott; der kausale Körper des Menschen ist ‚A‘, der astrale Körper ist ‚U‘ und der grobstoffliche Körper ist ‚M‘. A + U + M = OM; jedes gesprochene Wort, jeder Ton in der Welt ist ein Konglomerat von OM; noch bevor man etwas denkt, spricht oder tut, steigt OM empor und ertönt; diese drei Laute sind universal, der Samen oder Keim (bīja) aller Worte; die Buchstaben ā, u und m stehen für das Sprechen (Vāc), den inneren Sinn (Manas) und dem Lebensatem (Prāna); im formlosen Zustand, dem Zustand des Vakuums, hört man OM äußerst intensiv; in diesem Zustand wird der begrenzte Körper transformiert, und man gelangt in den unbegrenzten Körper, den überbewussten Zustand, d.h. Paravastha;

> PADA Schritt; Kapitel;

> PADMA Lotus;

> PANDITA Gelehrter;

> PARA die erste Phase des Klanges; göttliche Intention; Shabda Brahman;

> PARABHAKTI Liebe zu Gott;

> PARAMA DHARANA erkennen des Purusha Prinzips durch Yoga;

> PARAMAHAMSA der höchste Schwan (der Schwan ist das einzige Lebewesen, das fähig ist, die Essenz der Milch, das Eiweiß von Wasser zu separieren und in sich aufzunehmen); Gleichermaßen ist ein Paramahamsa ein verwirklichter Meister, der, nachdem er das höchste yogische Stadium (Nirvikalpa Samādhi) erreicht hat, immer zwischen der Wirklichkeit (sa) und dem Unwirklichen (ham) unterscheiden kann; entsagender Mönch in der Shri Shankara Tradition;

> PARAMĀTMA die All-Seele; die universale Seele;

> PARAMGURU der Guru eines Guru;

> PARAPARA GURU der Guru des Paramguru;

> PARAPRAKRITI göttliche Qualitäten, die zur Gottesverwirklichung führen

> PARAVAIRĀGYA höchste und letzte Entsagung; ultimative Stufe des Loslassens;

> PARAVASTHA höchster (para) Zustand (avashta), Zustand des Überbewusstseins, jenseits des vergänglichen Körpers; Stadium extremer Ruhe; ein Bewusstseinszustand jenseits aller Grenzen, der dem Zustand vor der Schöpfung gleicht; in diesem Zustand nimmt man im ganzen Universum milchig weißes Licht wahr; wenn ein Schüler in der Meditation über Verstand, Gedanken, Intellekt, Ego, Körper- und Weltgefühl hinausgeht, erlangt er Paravastha, das überbewusste Stadium; in diesem Zustand nimmt er nur noch göttlichen Ton, göttliche Schwingung und göttliches Licht wahr; das ist wahrer Yoga-Nidra; In diesem Zustand herrscht nur tiefster Frieden, göttliche Freude;
Wenn er die Aufmerksamkeit weiterhin mit geöffneten Augen auf die unteren Zentren richtet, empfindet er, obwohl er im Körperbewusstsein (ham) verharrt, die lebendige Gegenwart der Seele (sa) in seinem gesamten System und sieht die materielle Welt, den grobstofflichen Körper und die lebendige Gegeneart der Seele überall gleichzeitig. Das ist wahrer Hamsa Sadhana;

> PARICHAYAVATHA die Fortgeschrittene Stufe des Übens der Asanas; in diesem Stadium werden Körper und Geist miteinander in Einklang gebracht; Intellekt und Körper werden zu einer aktiven Einheit

> PARINĀMA Entwicklung; Verwandlung; Ergebnis, Wirkung; Transformation, Prozess;

> PASHYANTI die zweite Phase des Klanges; die heilige Silbe Om;

> PATAÑJALI Autor des Yoga Sūtras und Abhandlungen zur Sanskrit Grammatik und Ayurveda; eine Manifestation der Schlange der Unendlichkeit (Ananta);

PAURUSHA-PRATYAYA höchstes Wissen über Purusha; ein Buddhi, der (nahezu) eins geworden ist mit Purusha;

> PINGALA wörtlich ‚die Rotbraune‘; solarer Energiekanal; Energiekanal zur Rechten der Wirbelsäule, der solare Nadi – korrespondiert mit der rajasigen Qualität der Natur;

> PITTA eines der drei Doshas im Ayurveda;

> PRADHĀNA die Quelle der materiellen Welt; der ‚Samen‘ aus dem alles Materielle entstaden ist; Prakriti;

> PRAJĀPATI Gott, der über die Schöpfung wacht, eine Form von Brāhma, dem Schöpfer;

> PRAJÑA Bewusstsein; tiefes und vollständiges Erkennen der Phänomene, die durch Prakriti hervorgebracht werden; Einsicht, die aus der Meditation hervorgeht; Weisheit; die Dinge so zu sehen, wie sie wirklich sind. Sam-Prajna-ta-Samadhi – wir erkennen das Objekt, wie es ist und erkennen so auch, dass wir NICHT diese Dinge sind. Wir erkennen, dass das Selbst, das Bewusstsein, unsere Wahre Natur nicht in irgendetwas enthalten sein kann das wir in der Aussenwelt wahrnehmen können. Dieses Wissen heißt Viveka Khatyeh – Wissen über den Unterschied zwischen dem Ewigem und Wechselhaftem, Vergänglichem, zwischen Selbst und Nicht-Selbst, zwischen Wesentlichem und Akzidenziellen, zwischen Reinem und Makelhaftem;  die sieben Stufen der Weisheit werden aufgefasst als: – rechtes Begehren, – rechtes Denken, – die Auflösung der Erinnerung und des inneren Sinns, – das Erfahren des reinen Sattvas, bzw der wahren Realität, – Gleichmut gegenüber Lob und Tadel, – Wiedereinschmelzen der manifestierten Schöpfung und schließlich in der Schau der Seele leben;

> PRAKRITI Natur; Urnatur; Materie; die ewig wechselhafte Manifestation der Materie; Matrix, die das gesamte subtile und grobstoffliche Universum hervorbringt;  zusammenfassender Name der drei Gūnas, der drei. Qualitäten TamasRajas und Sattva;

> PRAKRITIKA von der hervorgebracht;

> PRAKRITILAYA der in die Natur übergeht;

> PRAKRITI SHAKTI die kosmische Energie; Kundalini;

> PRAMĀ akurate Auffassung; wahres Wissen, wahre Erkenntnis;

> PRAMĀNA wahre oder akurate Auffassung von Konzepten oder Begriffen

> PRĀNA Vitale Energie des Körper; Lebensenergie oder Atem; metaphorisch bezieht sich Prāna auf die Ausatmung; Prana ist die Lebensenergie, die alle Gehirn- und Körperfunktionen steuert; es ist die lebensnotwendige Energie, die leblose Moleküle zu selbstheilenden, evolutionären Teilchen macht; Prāna ist die tragende, kreative Kraft des Universums; jedes Einzelwesen, aber auch das Universum ist auf allen Ebenen von dieser Kraft durchdrungen; sie wirkt zunächst als physische Energie, sodann als mentale Energie, wenn der innere Sinn Informationen sammelt und darüberhinaus als intellektuelle Energie, wenn das Unterscheidungsvermögen diese Information prüft und sortiert; Prāna wirkt auch als sexuelle Energie, als spirituelle Energie und als kosmische Energie; Alle energetischen Schwingungen im Universum – Wärme, Licht, Schwekraft, Magnetismus, Kraft, Vitalität, Elektrizität, Leben und Geist – sind Formen von Prāna; es ist Ur-Anstoß aller Bewegung und Fülle des Lebens. Prāna ist die Nabe im Rad des Lebens, aber auch der Dreh und Angelpunkt des Yoga; Prāna und Citta, Energie und Bewußtsein, stehen in ständigem Kontakt miteinander; sie sind wie Zwillinge, Prāna konzentriert sich da, wo Citta ist, und Citta dort, wo Prāna ist.

Der Lebensatem, Prāna, und die Qualität und Quantität der Atmung ändern sich mit jedem Gedanken. Im Körper gibt es 49 Arten Prāna. Die Yoga Shastras unterteilen sie in fünf Gruppen: Apāna, Samāna, Vyāna, Prāna und Udana; Prāna-Vayu befindet sich im Halszentrum, Apāna-Vayu im Steißbein- und Kreuzbeinzentrum, die Samāna-Vayu im Nabelzentrum, Vyana-Vayu im Herzzentrum und die Udana-Vayu oberhalb des Halszentrums; Die Luft, die man einatmet heißt Prana-Vayu; sobald diese in die Lunge gelangt, wird sie Vyana-Vayu genannt; während sexueller Aktivität schlägt das Herz schneller, auch dies ist Vyana-Vayu; nach dem Essen atmet man auf besondere Weise ein und aus, um die Verdauung zu unterstützen, dies ist Samana-Vayu; danach gelangt die Luft in den Darm und entweicht durch den After; Diese Luft heißt Apana-Vayu;

> PRĀNA VAYU Atmung, erste der fünf Prāna Vayus;

> PRANAVA heilige Silbe ‚OM‘, die Gott symbolisiert;

> PRĀNĀYĀMA Atemverlängerung, Atemübungen um den Fluss der Atemenergie zu harmonisieren; eines der acht Glieder des achtgliedrigen Yogaweges – Ashtanga; Regulation des Atems durch Kontrolle der Lebensenergie (Prāna); Prānāyāma ist für den Yoga das, was das Herz für den menschlichen Körper ist; Patañjali gibt dem Sādhaka ausdrücklich die Anweisung, mit dem Prānāyāma erst zu beginnen, wenn er es im Āsana zur Vollkommenheit gebracht hat; das Wort Prānāyāma setzt sich aus ‚Prāna‘ und ‚Āyāma‘ zusammen. Prāna ist in dieser Fügung die Energie, die sich bildet, wenn die sich selbst aufladende Kraft den Körper umschließt; ‚Āyāma‘ bedeutet Streckung, Weitung, Länge, Breite, Regulierung, Verlängerung, Zügelung, Beherrschung, Kontrolle; das Ausdehen und Erweitern der Energie oder Vitalkraft, zügelt den Geist, da es die niedrigen Instinkte bändigt; es besteht aus drei Elementen: verlängertes Einatmen, vollständiges, tiefes Ausatmen und anhaltender Stillstand des Atems; Prānāyāma ist der wirkungsvollste Prozess, mit dem Energie nach innen gelenkt wird; der Geist wird so auf Pratyahāra, die Befreiung der Gedanken von Äusserlichkeiten, vorbereitet; Prānāyāma ist kein tiefes Atmen; letzteres würde die Gesichtsmuskeln und die Kopfhaut anspannen, die Brust zusammenziehen und mit grober Kraft auf das Ein- und Ausatmen einwirken; das würde die Lungenfasern verhärten und die Atemenergie hindern, den Körper ganz zu durchdringen;

Bei Prānāyāma bleiben das Gehirn aufnahmefähig und die Gesichtsmuskulatur weich; der Übende lässt den Atem sanft ein- und ausströmen; Während des Einatmens nimmt der Geist jedes Molekül, jede Faser und Zelle des Körpers einzeln wahr; diese wiederum können so das Prāna empfangen und absorbieren; man sollte sich der allmählichen Ausdehnung der Atemorgane bewusst werden und spüren, wie der Atem jeden Winkel der Lunge erreicht; beim Ausatmen lässt man den Atem nach und nach ausströmen; die Lungenbläschen haben so genügend Zeit, das Prāna möglichst vollständig aufzunehemen; dadurch kann der Organismus die Energie optimal nutzen; so erlangt man emotionale Stabilität und der Geist kommt zur Ruhe; beim Prānāyāma sollte man sich vollkommen auf das exakte Verhältnis zwischen Einatmen, Ausatmen und Anhalten des Atems konzentrieren; man sollte dabei versuchen, die inneren Organe und Nerven sowie Gehirnzellen zu entspannen; mache dir jede Unregelmäßigkeit beim Ein- und Ausatmen bewusst; achte darauf, dass sich beim Einatmen oder beim Pausieren der Unterleib nicht aufbläht; übe Prānāyāma erst wenn du die Āsanas beherrscht;
Jedes Einatmen stimuliert über das zentrale Nervensystem auch die periphern Nerven; jedes Ausatmen bewirkt den umgekehrten Prozess;während der Atempause finden beide Prozesse statt; beim Atmen im Prānāyāma ist der Geist ruhig, dies wiederum unterstützt die Funktion der Nerven; durch das Einatmen wird Urenergie in Form des Atems im Körper empfangen, der spirituelle kosmische Atem wird mit dem universellen vereint; das Ausatmen befreit den Organismus von Giftstoffen; Prānāyāma stellt eine Verbindung zwischen dem physischen und dem geistigen Körper des Menschen her; Prāna ist das, was man heute vielfach Bioenergie nennt; da Prāna seine Energie selbst erzeugt, nimmt die Kraft durch die Prānāyāma-Übung stetig zu;
Wir können die Erzeugung und Verteilung von Prāna im Körper mit der Erzeugung und Wirkungsweise der elektrischen Energie vergleichen; durch die Prānāyāma-Übung bekommen die Muskeln die Funktion von Turbinen, und die aufgenommene Energie wird bis in die entlegensten Zellen der Lunge geleitet, um dort Energie zu erzeugen; In den entlang der Wirbelsäule gelegenen Chakren, die als Transformatoren wirken, wird die Energie gespeichert; die im Brustraum erzeugte Energie ist der Elektrizität insofern ähnlich, als sie von den Chakren in die jeweils benötigte Form überführt und durch die Leitungen des Kreislauf- und Nervensystems im Körper verteilt wird; die Yogis entdeckten das Prānāyāma, um die aufgenommene Energie voll nutzen zu können und mit ihr die Funktionstüchtigkeit und Harmonie des gesamten Körpers und aller seiner Systeme – Atmung, Kreislauf, Nervensystem, Verdauung, Ausscheidung und Vermehrung – zu erhalten; im Prānāyāma lässt man nach dem Ausatmen einige Zeit verstreichen, damit die aufgenommene Energie absorbiert werden kann und der Atem sich mit dem Blut mischt. Dieses gereinigte und mit Hormonen und anderen Stoffen angereicherte Blut wird ‚Bestandteil voller Kostbarkeiten‘ oder ‚Blut-Juwel‘ genannt;

> PĀNĀYĀMA KOSHA die zweite Körperschicht, die aus Energie und Luft besteht;

> PRANIDHĀNA Hingabe;

> PRASĀDA Klarheit;

> PRASHĀNTA-VĀHITĀ Kontinuität des stillen mentalen Zustandes;

> PRATIPAKSHABHĀVANAM Allem, was Yāma und Niyāma entgegensteht, muß mit rechter Erkenntnis und rechtem Bewußtsein begegnet werden; wenn wir uns auf zweifelhafte Gedanken und Taten einlassen, ist die rechte Wahrnehmung ausgeschaltet; der Sādhaka muß diese Ideen und Handlungsweisen, aber auch ihr Gegenteil (die entgegengesetzten Kräfte) analysieren und untersuchen; dann wird er durch wiederholtes Experimentieren die Ausgewogenheit seines Denkens erreichen;
Paksha bedeutet, dass man sich (etwa in strittigen Fragen bezüglich der Yāmas) auf eine Seite schlägt und sich eine Anschauung zu eigen macht. Pratipaksha besagt demgegenüber, dass man die gegenteilige Position einnimmt.
Während der Übung einer Āsana muß der Sādhaka jeden einzelnen Muskel mit größter Aufmerksamkeit und Genauigkeit beobachten und für das richtige Verhältnis von Entspannung und Aktivität, Paksha und Pratipaksha, sorgen, denn nur so kommt ein gesundes und ausgewogenes Āsana zustande; der Sādhaka harminisiert seinen gesamten Körper, indem er lernt, seine Schwächen durch Intelligenz aufzuwiegen; dadurch bekommt er ein äusserst feines Gespür für sein inneres Gleichgewicht, und er wird innerlich ruhig und gelassen; so sind beide Aspekte, Paksha und Pratipaksha, berücksichtigt; dieses innere Abwägen und Ausgleichen, das wir Paksha-Pratipaksha nennen, erklärt, weshalb die Yoga-Praxis tatsächlich wirkt und uns grundlegend erneuern kann; im Āsana bspw. erzeugt die Körperhaltung zunächst Ausgewogenheit und Harmonie, doch später ist sie dann nur noch der äussere Ausdruck der inneren Harmonie;
durch Paksha und Pratipaksha können wir die Energieströme in den drei Hauptnādis Idā, Pingalā und Sushumnā in ein ausgewogenes Verhältnis zueinander bringen

> PRATISAMKRAMA Übertragung;

> PRATYĀHĀRA Rückzug; Abziehen der Sinne von der Aussenwelt; Unabhängigkeit von externen Stimuli; Nach-innen-Wenden; das fünfte Glied im achtgliedrigen Yogaweg; die Sinne von den äusseren Gegenständen abzuziehen und sie nach innen auf das Eigenwesen des Bewusstseins (den Seher) zu richten: das ist Pratyāhāra. (Yoga-Sūtra II, 54). Jetzt vermag der innere Sinn sich zu konzentrieren, weil die Wahrnehmungssinne ihn nicht mehr drängen, für ihre Befriedigung zu sorgen; sie verlieren den Geschmack an ihren Gegenständen und werden von der Aussenwelt abgezogen, um dem inneren Sinn bei seiner einwärtsgerichten Suche zu helfen; wie ein Vogel braucht der Sādhaka zwei Flügel, um sich aufzuschwingen: Der eine ist die Übung – von Yama bis Prānāyāma; der andere ist die Entsagung – von Pratyāhāra bis Samādhi. Pratyāhāra wird als äusseres Streben (Bahiranga-Sādhana) bezeichnet, weil die Sinne jetzt durch die Intelligenz diszipliniert werden, um eine neue Richtung einschlagen zu können – zurück zu ihrem Ursprung; dieses Abwägen der eigenen Instinktimpulse, Gedanken und Handlungen ist Vairāgya, das Einüben des Nicht-Anhaftens und der Entsagung; das ewige Verlangen nach Wiederholung genußvoller Empfindungen wird allmählich abgebaut; das Gedächtnis sammelt frische Eindrücke und ordnet sich der Intelligenz und dem Bewußtsein unter; das Bewusstsein nimmt sich der Intelligenz an und bringt sie da zur Ruhe, wo sie beide entspringen, im Gewissen; dann haben die Impulse der Natur und die intuitiven Einsichten reien Lauf. Das ist die Wirkung des Pratyāhāra. Jetzt wird der innere Sinn zum geeigneten Instrument für die Meditation. Früher war das Bewusstsein immer bereit, den Sinnen Gehör zu schenken und gab sich große Mühe, ihnen zur Befriedigung zu verhelfen; jetzt sind die Sinne ihrerseits bereit, dem Bewußtsein bei der Erfüllung seines großen Wunsches zur Seite zu stehen, bei der Selbstverwirklichung; Energien von den Organen des Handens und den Wahrnehmungssinnen abzuziehen und dem Gehirn zuzuleiten ist physisches Pratyāhāra; das Dämpfen der Unruhe in den vier Regionen des Gehirns ist mentales Pratyāhāra, und wenn die Intelligenz im Hirnstamm zusammengezogen wird, spricht man von intellektuellem Pratyāhāra; schließlich im spirituellen Pratyāhāra, strömen die Energien der Intelligenz und des Bewußtseins ihrem Ursprungsort, dem Bewußtsein zu, und diese Bewegung findet ihren Höhepunkt in der Schau des Sehers, Ātmasākshātkāra; Pratyāhāra ist der Prozess der Konzentration auf die subtilen Sinneswahrnehmungen, die wir im Yoga die Tanmatras nennen. Im Bewusstsein wachsen die Keime des Hörbaren, Tastbaren, Sehbaren, Schmeckbaren, und Riechbaren. Indem man in sich geht, bekommt man Zugang zu diesen Impulsen und ist in der Lage, das Wissen, das die Welt der Formen und Phänomene auf Ihr Bewusstsein projiziert, unmittelbar zu erleben.

Pratyāhāra ist das Ergebnis der Übung in Yāma, Niyāma, Āsana und Prānāyāma und bildet seinerseits die Grundlage für Dhārana, Dhyāna und Samādhi. Durch das Üben der ersten fünf Stufen des Yoga werden alle grobstofflichen Hüllen des Ich durchdrungen, diszipliniert und sublimiert, damit die Seele sich gleichmäßig in alle Bereiche arbeiten kann. Das ist wahres Sādana;

> PRATYAK individueller Aspekt des Selbst;

> PRATYAYA erkennbarer mentaler Zustand, Ursache die eine Wirkung hervorruft;

> PRAVRITTI klarer mentaler Zustand; Neigung zum Weltlichen;

> PRETA Geist eines Verstorben;

> PRITHVI grobstoffliches Element Erde;

> PŪJĀ Anbetung; rituelle Verehrung;

> PUNYA pietätvolle Handlung, die angenehme Folgen hat;

> PŪRAKA der einströmende Atem;

> PURĀNAS wörtlich ‚alt‘; alte Sage, Legende; heilige Schriften, die sich mit Mystizismus und Philosophie bin Form von Allegorien und Geschichten befassen;

> PURUSHA reines ewiges und unwandelbares Bewusstsein; das ewige, unsterblich Selbst in der traditionellen Yogaphilosophie; absolute Gewahrsamkeit, die beobachtende Instanz; der. begriff. ‚Purusha‚ wird in der Samkhya-Philosophie und im Yoga statt ‚Atman‚ gebrauch; innewohnendes Selbst; Instanz zur Lenkung der Lebensenergie in jedem Menschen; ‚das höchste Sein, das in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als das alles durchdringende Sein erkennbar ist‘ (Paramahansa Hariharananda); es gibt zwar 24 grobstoffliche Elemente, aber nur einen Purushsa; er verweilt mitfühlend, aber unverhaftet in jedem menschlichen Körper und wird deshalb der unsichtbare Körper genannt; die 24 grobstofflichen Elemente sind ohne Seele nicht handlungsfähig; Purusha ist der alleinige Handelnde und ähnelt dem elektrischen Strom im Körper, durch den der grobstoffliche Körper, prakriti, dh. die Verbindung der 24 grobstofflichen Elemente, funktioniert; da die Augen sehen, die Ohren hören, die Nase riecht, die Zunge schmeckt, glaubt der Verstand ‚Ich handle und nicht die Seele‘; dies ist jedoch Täuschung, Maya;

> PURUSHAKĀRA eine Handlung die aus freien Willen geschieht;

> PURUSHĀRTHA Objekt des Purusha;

> PURUSHA SHAKTI die Wesenszüge der Seele, sie sind bei jedem Menschen unterschiedlich ausgeprägt;

> PURUSHAYATA eigene Anstrengung, Bemühung; das Streben, das uns zum höchsten Ziel führen kann

> RĀGA starkes Anhaften; Liebe; Wünsche und Begierden schüren und befriedigen; wo Wünsche nicht befriedigt werden, entstehen Frustration und Gram, die Abneigung und Haß (Dvesa) nach sich ziehen;

> RAJAS das bewegende Prinzip (Energie, Leidenschaft, Dynamik, Begierde), die zweite von den drei Gunas;

> RAJA YOGA wörtl. ‚königliches‘ Yoga; eine Bezeichnung, die gewöhnlich auf die drei höheren Glieder des Ashtanga YogasDharāna, Dhyāna und Samādhi verwendet wird; königliche Wissenschaft der Selbstkontrolle; Königsweg des Yoga, Kontrolle des Bewusstseins; Raja Yoga ist der Pfad der Vereinigung durch Übungen, die die Aufmerksamkeit auf das Innere richten; die Essenz des Raja Yoga ist die Vereinigung von Körper, Geist und Seele; durch bestimmte Bewegungsabläufe wird die Koordination von Körper und Geist geschult; Raja Yoga hilft, die anderen Yogaformen mit größere Leichtigkeit und Freude und mit weniger Anstrengung auszuüben; Die Wissenschaft des Raja Yogas, von Patañjali dargelegt, wird auch Ashtanga Yoga oder Yoga mit acht Gliedern genannt, der erfolgreiche Abschluß aller acht Stufen führt zu Nirvikalpa Samādhi;

> RAMA, LORD; sechster Avatar von Lord Vishnu; Held der Ramayana; göttliche Inkarnation Lord Vishnus, die im Satya Yuga erscheint;

> RAMAYANA wörtl. Ramas Weg; Epische Erzählung ür das Leben von Rama, ein Avarar von Vishnu;

> RATNA Juwel;

> RECAKA Entleerung, Ausatmung; der ausströmende Atem;

> RISHI Weiser; (vedischer) Seher; befreiter, realisierter Seher, der die Vedas ‚empfangen‘ hat;

> R(I)TA ewige Ordnung; unvermischte Wahrheit, wahrnehmbares Faktum;

> R(I)TAMBHARA voll von R(i)ta;

> RUDRA GRANTHI eine der drei Granthis (Energieknoten) die entlang der Sushumna Nadi (dem Haupt-Energiekanal in der Wirbelsäule), die durch die Yogapraxis gereinigt / durchgebrannt werden sollen; assoziiert mit Shiva; soll im Bereich des dritten Auges zwischen den Augenbrauen liegen;

> RŪPA Licht als eines der fünf Bhūtas; Farbe, Form;

> SABĪJA keimhaft;

> SADHU jemand der eine religiöse Sadhāna (Disziplin) praktiziert; ernsthafter spiritueller Aspirant;

> SADHAKA nach Erleuchtung Suchender;

> SĀDHANA Weg, Durchführung, Werkzeug, spiritueller Weg; Mittel zur Verwirklichung; ernsthaftes spirituelles Bestreben; spirituelle Übung, die den Übenden dazu befähigt, Gott oder das kosmische Prinzip zu erkennen; Der ‚Sādhana-Pāda‘ (zweites Kapitel der Yoga-Sūtren des Patañjalis) gibt dem Sādhaka Anleitung, wie er sich ein Bild von seinen moralischen, körperlichen, physiologischen und intellektuellen Schwächen verschaffen, und sie – da sie der yogischen Disziplin und der spirituellen Befreiung im Wege stehen – beseitigen kann;

> SAGŪNA mit Form, mit Qualiät;

> SAGŪNA BRAHMAN das höchste Wesen, Brahman mit Form;

> SAHASRAHA Rad mit tausend Speichen;

> SAHASRARA CHAKA siebentes Chakra; Fontanellenchakra; Weisheit; tausendblättriger Lotus; hormonelle Zuordnung: Zirbeldrüse; Sitz: im Zentrum der Großhirnrinde; Mantrasilbe: AUM; weckt intuitives Wissen und führt den Suchenden in die Freiheit, im Zentrum des kosmischen Körpers; Bedingt durch das ungeheuer komplexe Netzwerk der Nervenzellen gibt es im Gehirn tausend verschiedene Tendenzen und Eigenschaften; Wenn die Lotusblüte ihre Blätter öffnet, wird das Gefühl der Ganzheit wiederhergestellt. Sie erinnern sich daran, dass Ihr essenzielles Wesen unbegrenzt ist und dass Sie eine Seele in der Hülle eines Menschen sind. Dies ist der volle Ausdruck von Yoga – die Vereinigung von Sein und Handeln, Universalität und Individualität; Während Sie lernen, die Universalität, die Ihrer Individualität zugrunde liegt, zu verstehen und anzunehmen, bekommen Sie Zugang zu Ihrem vollen Potential;

> SAMĀDHI Absorption; intensive Konzentration; das letzteGlied des achtgliedrigen Yogaweges; Ziel des Yogaweges;

> SAMĀNA eines der fünf Prāna Vayus durch das die Nährstoffe aus der Ernährung gleichmäßig im Körper verteilt werden;

> SĀMĀNYA allgemein, universal;

> SAMĀPATTI Zusammenfallen; Transformation; Identität des Geistes mit einem Objekt; mentaler Zustand während des objektiven Samādhi; die Fähigkeit des Bewusstseins, alles klar widerzuspiegeln – der Seher nimmt wieder seine ursprüngliche Form an; Samāpatti ist die vollkommen ausgewogene Geistesverfassung des Sehers, der in seiner ursprünglichen Reinheit leuchtet, wenn er den Samādhi erreicht hat; Yoga und Samādhi können also als die Übung betrachtet werden, während Samāpatti der Zustand ist, zu dem sie hinführen; wenn alle durch die Gunas bedingten Aktivitäten des inneren Sinns aufhören, hört auch das Sammeln und Auswerten von Informationen auf, und Citta ist wie das glatte, klare Wasser eines stillen Sees; es gleicht sich dem Seher an, so dass es dessen Reinheit ungebrochen widerspiegelt. Es ist wie ein durchsichtiger Edelstein, indem sich der Erkennende, das Instrument des Erkennens und der erkannte Gegenstand gleichzeitig befinden; so erfährt der Sādhaka, was die Seele in Wahrheit ist;

Im geläuterten Bewusstsein bilden Wörter, ihre Bedeutung und das Verstehen eine harmonische Einheit, und das Bewusstsein versenkt sich in eine neue Art von Wissen; das ist Savitarka-Samāpatti; wenn das Gedächtnis vollkommen geläutert ist, wird auch der innere Sinn rein; beide hören auf, getrennt voneinander zu wirken; es kommt zur Erfahrung des Nicht-Denkens, und das Bewußtsein, makellos und ohne Widerspiegelung äußerer Gegenstände; das nennt man Nirvitarka-Samāpatti. Der Sādhaka muß sich vor Augen führen, dass das Gedächtnis großen Einfluß auf die Intelligenz hat; durch Beharrlichkeit in der Yoga-Übung und durch beständige Selbstdisziplin können sich neue Erfahrungen einstellen; diese sind dann frei von Erinnerungen an Vergangenes und daher frisch, unmittelbar und subjektiv; sie tilgen das Erinnerte; dann funktioniert das Gedächtnis nicht mehr eigenmächtig, es geht entweder im Bewusstsein auf oder hält sich ganz zurück, sodass neue Erfahrungen Vorrang erhalten und die Intelligenz klar wird;
Für gewöhnliche Menschen bedeutet das Erinnerungsvermögen Rückwärtsgewandtheit, für den Erleuchteten Gegenwartsbezogenheit; mit der Läuterung des Gedächtnisses vermag die Intelligenz immer mehr Licht und Klarheit zu schaffen; sie nähert sich dem Seher an und verliert dabei ihre Identität; das ist Nirvitarka Samāpatti; das Gedächtnis ist nicht dazu da, sich an vergangene Freuden zu erinnern, sondern soll einen Fundus an Erfahrungen schaffen, der künftig richtiges Handeln und Wahrnehmen ermöglicht; durch das Gedächtnis ist also ein gewisser Schutz vor Irrtümern gegeben; die Transformation des Bewußtseins durch Kontemplation subtiler Gegenstände wie etwa das Ego (Ahamkāra), der Intelligenz (Buddhi), der sinnlichen Entsprechungen der Elemente (Schall, Berührung, Form, Geschmack, Geruch) oder der Gunas (das Lichte, das Energetische und das Träge) in ihrer Bedingtheit durch Raum, Zeit und Kausalität ist Savicāra-Samāpatti; Ohne diese reflektierende Betrachtung wird daraus Nirvicāra-Samāpatti; Nirvicāra Samāpatti wird vom Sādhaka als ein Zustand erfahren, der von begrifflicher Überlegung frei ist; alle Reflexionsgegenstände des Savicāra-Zustands sind verschwunden; der Sādhaka ist frei von Erinnerungen, früheren Erfahrungen und Eindrücken der Vergangenheit. In diesem neuen Stadium der Kontemplation gibt es weder Ursache noch Wirkung, weder Ort noch Zeit; die unbeschreibliche reine Glückseligkeit (Ānanda) und das reine sattvische Ich (Sámitā) kommen zum Vorschein und werden vom Sādhaka erfahren; durch yogische Disziplin verlagert sich die Aufmerksamkeit des Sādhaka immer mehr vom Groben zum Subtilen; Wenn er die höchste Manifestationsebene der Natur erreicht, erlangt er, da das Gehirn ein Teil der Natur ist, vollkommene Meisterschaft über alle Bewußtseinsbereiche; er kann alle willkürlichen oder unwillkürlichen Gehirnfunktionen zum Stillstand bringen (Samādhi mit Samen); Wo die Kontemplation nicht in irgendeiner Beziehung zur Natur steht, spricht man von ‚Samāpatti mit Samen oder Stütze‘.
Allein die kontemplative Betrachtung des Sehers, des Ursprungs aller Samen, ist ohne Stütze; beide, der Seher und die Natur, sind ewig, doch die Natur ist wandelbar, während der Seher immer er selbst bleibt und keiner äußeren Stütze bedarf – der samenlose Zustand, Nirbīja Sampatti; wenn alte und neue Eindrücke gelöscht sind, stellt sich ein Zustand ’samenloser‘ Erleuchtung ein, in dem aller Wahn und alle Verblendung endet. Das ist der Nirbīja-Samādhi, die absolute Identität mit dem Seher; der Nirbīja-Samādhi ist die Überwindung des Citta, und hier zeigt sich, daß der innere Sinn in seiner Wurzel eins ist mit dem Seher

> SAMJÑĀ ein mentaler Zustand; Bewusstheit, Definition;

> SAMKALPA Wille; Wllensäusserung; Entschluß;

> SAMKHYA das älteste System der Philosophie, gegründet von Rishi Kapila; Weg zur Befreiung durch intellektuelles Reflektieren;

> SAMPRAJANYA Achtsamkeit über den mentale Zustand und den Zustand des Körpers;

> SAMPRAJÑĀNA Wissen über die Prinzipien / Tattvas, das durch Konzentration erworben wird und wiedererlangt wird durch einen einen Punkt gerichteten Geist (ekagra);

> SAMPRAJÑĀTA SAMĀDHI objektives, kognitives Samādhi; Wissen um das kosmische Bewusstsein (siehe auch Paraprakriti oder Paravastha), vier Arten der Erkenntnis: Vitarka (den Sinn und Zweck materieller Dinge richtig erfassen), Vicāra (die subtilen Aspekte der Materie erkennen), Ānanda (durch Meditation Erfahrungen spirituellen Glücks oder reiner Seligkeit machen, und das Selbst erkennen);

Diese vier Arten der Erkenntnis werden auch Samprajñāta-Samāpatti genannt. Samāpatti ist die Umwandlung des Denkens in eine vollständige Kontemplation, in der man seines eigentlichen Wesens gewah wird; nach diesen vier Erkenntnisstadien gelangt der Sādhaka zu einem weiteren Stadium, Manolaya genannt, das sich durch wache, aber passive Stille auszeichnet. In diesem Zustand der Stille und Leerheit sind die verborgenen Tendenzen zwar inaktiv, bleiben aber latent vorhanden. Sobald man diese wache Passivität wieder verlässt, tauchen sie augenblicklich wieder auf und werden erneut aktiv. Patañjali mahnt den Sādhaka, sich nicht von dieser Verfassung fesseln zu lassen, sondern an diesem entscheidenden Wendepunkt des spirituellen Pfades sein Sādhana weiter zu intensivieren, um eine noch höhere Stufe, den Nirbīja-Samādhi oder Dharma-Megha-Samādhi zu erreichen;

> SAMPRAJÑĀTA-YOGA Intensive Konzentration in einem mentalen ekagra Zustand, wo die Prinzipien permanent im Bewusstsein bleiben;

> SAMSĀRA Kreislauf der Wiedergeburten; konditionierte Existenz; das endlose Rad der Wiedergeburten;

> SAMSHAYA Zweifel;

> SAMSKĀRA Eindruck; Nachwirkung; latenter unbewusster Eindruck von mentalen wie physischen Handlungen; wiederholtes Handeln und Denken; auch: Sanskāra; Eindrücke vergangener Gedanken und Handlungen; latent vorhandene Tendenzen; die Wellen, die im Organ der Erinnerung auftreten und die das Selbst verdecken – alle gespeicherten Eindrücke unserer Taten; tief im Verstand verwurzelte hinderliche Eindrücke aus zahlreichen vergangenen und dem gegenwärtigen Leben;

> SAMYAMA zusammenhalten; Zügeln; kombiniert Ausführung von Dharāna, Dhyāna und objektivem Samādhi; Integration von Körper, Geist, Verstand und Selbst: Der kontrollierte Geist, den man in Pratyahara erreicht hat, konzentriert seine Aufmerksamkeit auf einen einzelnen Gedanken in Dharāna; wenn diese Konzentration längere Zeit erfolgt, wird sie zu Dhyāna. In Dhyāna erfährt man Befreiung, Erweiterung, Stille und Frieden. Hieraus folgt Gelassenheit gegenüber Freude und Schmerz; die Erfahrung des Samādhi ist erreicht, wenn der Erkennende und das Erkannte eins werden; wenn der Gegenstand der Meditation den Meditierenden ganz einhüllt und zum Subjekt wird, geht die Selbstbewusstheit verloren;

Zwischen dem Gesehenen (prakriti) und dem Seher (purusha) gibt es sieben Bereiche, in denen ‚Integration durch kontemplative Betrachtung‘ (samyama) geschaffen werden muß:

Integration des Körpers (śarīra-samyama)
Integration der Wahrnehmungssinne (indriya-samyama)
Integration der Lebensenergie (prāna-samyama)
Integration des inneren Sinns (mano-samyama)
Integration des Intellekts (buddhi-samyama)
Integration des Bewusstseins (citta-samyama)
Integration der Seele (ātma-samyama)

> SANSKRIT die antike indische Sprache, in der die meisten Abhandlungen über Yoga überliefert sind; ‚Programmier-Sprache‘ mit der das ‚Betriebssystem ‚ des subtilen Körpers programmiert ist;

> SANTOSHA innere Zufriedenheit, die zweite der Niyamas, die in den Yoga-Sūtra des Patanjali genannt werden; hilft, das Begehren, die Wut, den Ehrgeiz und die Gier zu zügeln;

> SANNYASIN Mönch, der der Welt entsagt, um Gott zu verwirklichen;

> SAPTARISHIS Gruppe der sieben wichtigsten Rishis;

> SARASVATI die Göttin des Lernenes, der Kunst und der artikulierten Sprache;

> SARVA alle;

> SARVANGA SADHANA ganzheitliche Übung;

> SAT Wahrheit; das Essenzielle; nach dem indischen Denken ist nur das wahr, was unwandelbar ist, alles andere ist Erscheinung; der Begriff ‚Sat‘ betrifft nur das reine Bewusstsein; Sein; höchstes Selbst als leitende Instanz;

> SATGURU wahrer, göttlicher Meister; verwirklichter Meister;

> SAT-KRIYĀ sechs Reinigungsübungen;

> SATTVA Licht, Weisheit, Reinheit; Vollkommenheit; Intelligenz; eines der drei Gunas; Frieden, Harmonie und Balance;

> SATTVÍKA vom satttva Prinzip geprägt; virtuos;

> SATYA Wahrheit; die zweite der Yamas, die in den Yoga-Sūtra des Patanjali genannt werden;

> SATYA YUGA das goldene Zeitalter, das Alter der Wahrheit das erste der vier Yugas

> SAUCA Sauberkeit, Reinheit; die erste der Niyamasdie in den Yoga-Sūtren des Patanjali genannt werden;

> SAVICĀRA mit Unterscheidung;

> SAVIKALPA SAMĀDHI mit (sa) Form (vikalpa); überbewusster Zustand, in dem Gott in allem erkannt wird, doch nach wie vor Dualität besteht;

> SAVITARKA mit logischem Denken;

> SAVRITI Sonnengott;

> SECHS GIFTE sechs Hindernisse die um das Herz lokalisiert werden und die durch die Yogapraxis gereinigt werden sollen: Ärger, Begehren, Gier, Faulheit, Neid und Täuschung;

> SHABDA die Charakteristik von Akasha; Klang; die Gesamtheit der Vibrationsmuster;

> SHABDA BRAHMAN Brahmas Klang;

> SHAIVITE jemand der Shiva anbetet;

> SHAKTI Muttergottheit, Gefährtin von Shiva, Personifikation von Prakriti; Lebensenergie, Prāna; göttlche Energie oder Kraft, die sich in der Schöpfung manifestiert; schöpferische Kraft Brahmans; das innerste der Seele, es umfasst den Geist, den Verstand, die Gefühle, die Lebensenergie, das ich-Gefühl, die Willenskraft und das Bewusstsein;

> SHANKARA bedeutender Philosoph Indiens, der die Vedanta im Sinne der Nicht-Zweiheit auslegt;

> SHANKYA System der Yogaphilosophie;

> SHANTA vollkommene Kontrolle über das Bewusstseins, über Intellekt, Ego, und die Gedanken (Eigenschaft eines Gurus);

> SHANTI Frieden;

> SHARĪRA Körper

> SHĀSTRA Belehrung; Schriften; überlieferte Texte; Weg zur Wahrheit;

> SHATKRIYA wörtlich: sechs Handlungen; eine Reihe von Reinigung-Ritualen, die im Hatha Yoga ausgeführt werden, um die drei Doshas auszugleichen;

> SHIVA ein Name des höchsten Wesens; reines Bewusstsein; Brahman mit Form;

> SHRADDHĀ Glaube; Überzeugung;

> SHRAVANA den Anweisungen eines authentischen Lehrers;

> SHRI respektvoller Titel und Anrede, wie das englische Sir;

> SHRUTI mündlich überliefertes wissen; wörtlich Gehörtes; Offenbarung; die Worte der Weisen; die Veden und Upanishaden, Schriften göttlichen Ursprungs, von den Rishis ‚gesehen‘ oder ‚gehört‘;

> SHUNYATA (im Buddhismus) Leere;

> SHVASA PRASHVASA unregelmäßige Atmung;

> SIDDHA Vollkommener; jemand der übernatürliche Fähigkeiten erlangt hat;

> SIDDHIS Vollkommenheit, übernatürliche Fähigkeiten; Verwirklichung, Vollendung; Verschmelzen mit dem Gottbewusstsein; den Zustand des Nirvikalpa Samādhi erreichen;

> SKANDHA die fünf Formen weltlichen Bewusstseins;

> SODANA Reinigung;

> SMRITI Gedächtnis, das Erinnerte; Lehre; das Vermögen, zurückliegende Eindrücke und Erfahrungen von richtiger und falscher Wahrnehmung, fehlgeleiteter Anschauung und sogar von Schlaferlebnissen zu behalten oder wieder zu vergegenwärtigen. Das, was durch das Gedächtnis angeeignet wurde. Der Begriff ’smriti‘ wird auch auf Kommentare wichtiger Schriften angewendet;

> SMRITI-SĀDHANĀ Beobachtung der eigenen mentalen Vorgänge;

> SROTAS Energiekanäle im physischen Körper;

> STHULA grobstofflich;

> STŪLABHŪTĀNI Elemente der Grobmaterie;

> STHULA SHARĪRA der grobstoffliche Körper, der Körper, der mit den Sinnen wahrnehmbar ist;

> SUKHA Lust, führt zu begierde und emotionalem Anhaften; wenn man bei lustvollen Erfahrungen verweilt, schürt man weitere Wünsche und lässt sich von attraktiven Dingen anziehen, sodass Anhaftung entsteht; lustvolle Erfahrungen machen lüstern, Lüsternheit verstärkt das Anhaften, und dieses wiederum erzeugt noch stärkeres Begehren; so ist man unersättlich nur noch auf Lust und Befriedigung der Sinne aus. Dadurch kann der Sādhaka den einmal eingeschlagenen Weg wieder vergessen und sich in die Welt des Leidens und des Elends verstricken;

> SŪKSHMA SHARĪRA feinstofflicher Leib;

> SUSHUMNA zentraler Energiekanal; im Hatha-Yoga Metapher für das Herz;

> SUSHUMNA NADI mittlerer Energiekanal (Zentralnervensystem) zwischen idā (entspricht dem parasympathischen-) und pingala (entspricht dem sympathischen Nervensystem) im Zentrum der Wirbelsäule, der durch fortschreitende spirituelle Entwicklung allmählich geöffnet wird;mEinatmung und Ausatmung sind gleichsam die beiden Enden des Zentralnervensystems, das als ‚Quirl‘ die Energie erzeugt, die dann in den sieben Zentren oder Kammern (cakra) entlang der Wirbelsäule gespeichert wird. Zusammen quirlen sie den Atem, um die Lebensenergie, Prāna, zu erzeugen. Das Rückenmark beginnt an der Schädelbasis und endet in der Lendenregion, in der Höhe des Nabels in Form eines Kegels (konus). Von dort führt eine feine, fadenähnliche, blauweißliche Struktur, das filum terminale, hinunter bis zum Steißbein, wo es verankert ist. Das gesamte Rückenmark und eine Hälfte bis drei Viertel des filum terminale werden von einem zentralen Kanal durchzogen. Ein dickes Nervenbündel steigt den terminalen Kegel (konus) des Rückenmarks hinab und umgibt das filum terminale im Steißbein. Dieses Nervenbündel wird cauda equina genannt. Die Wirbelsäule ist die einzige Leiter, auf der man zum kosmischen Bewusstsein aufsteigen kann. Kriya Yoga lädt die Wirbelsäule mit Energie auf, führt den Lebensstrom längs um sie herum, zieht ihn dadurch von den Sinnen und den nicht dem Willen unterliegenden Organen zurück und konzentriert auf diese Weise die Energie ausschließlich in der Wirbelsäule. Während des Übens von Kriya wird die ganze Wirbelsäule zu einem Magneten, der die Energieströme des Körpers von den Sinnesorganen und Nerven abzieht. Die Hypophyse, das Zentrum des Willens wird zum positiven, das Steißbeinzentrum zum negativen Pol. Der Strom, durch fortgesetztes Ein- und Ausatmen erzeugt, wird zu einem Magneten voll geladener Energie, der immer mehr Energie aus dem Nervensystem und aus der kosmischen Quelle der Wirbelsäule zieht (‚Antenne‘). Da sich das ganze Bewusstsein in der Wirbelsäule zentriert, wird das Gehirn klar und ruhig. Der Kriya Yogi pflegt den Lebensstrom einmal um die Wirbelsäule kreisen zu lassen, wodurch er eine Wandlung in seinem Gehirn und Körper bewirkt, die unter normalen Umständen nur unter den Bedingungen eines Lebensjahres ohne Krankheit, mit mäßigem Essen und der Aufnahme von Sonnenenergie möglich ist. In absteigender Reihenfolge, vom verlängerten Mark bis zum Steißbein, ist das Winterhalbjahr mit den sechs folgenden Monaten des Jahres repräsentiert. Der ganze Körper wird intensiv aufgeladen, alle Zellen werden mit unvergänglichem Licht gefüttert und gesättigt und im aufgeladenen Zustand erhalten. Die Aufmerksamkeit des Bewusstseins ist überall gleichmäßig verteilt und überall voll konzentrier. Durch die Konzentration werden alle feinen Zellen und die Gehirnzellen auf die kosmische Quelle ausgerichtet und aufgeladen. Das Rückenmark ist die göttliche Passage für die Schlangenkraft, die nach oben steigt, um die göttliche Höhle in der Fontanelle zu erreichen und ein göttliches Magnetfeld zu erzeugen, das alle externen und extrovertierten Neigungen des Menschen absorbiert und ihn dadurch mit göttlicher Ruhe erfüllt

> SŪTRA Aphorismus, Leitfaden;

> SVA selbst, eigen;

> SVADHARMA eigenes Gesetz; Bestimmung;

> SVADHYAYA Studium der Schriften; die umfassende Erforschung des Selbst; Im Kriya Yoga: Studium des Selbst, das zur Selbstverwirklichung führt. Gott anzubeten bedeutet, Ihn überall – sowohl innen als auch aussen – wahrzunehmen. Sva bedeutet Einatmung. Einatmen bedeutet Seele, und die Seele ist eins mit brahman; adhyaya bedeutet studieren, kultivieren oder suchen. Seelenkultivierung ist wahres Svadhyaya. In jedem Menschen wohnt die Seele, um sich selbst zu entdecken. Die Seele in allen Handlungen zu suchen ist Svadhyaya. Svadhyaya bedeutet das eigene Selbst im Körper und im Körper aller Menschen zu suchen;

> SVADISHTANA CHAKRA Sexual- und Kreativitätszentrum; sechsblättrige Lotosblüte; Element: Wasser; Sinn: Geschmackssinn; Mantrasilbe: VAM hormonelle Zuordnung: Eierstöcke bzw. Hoden; in der Spiralenform steuert es die weltlichen Begierden; wenn die Lebensenergie durch das Kreativitätszentrum fließt, wird man zum Mitgestalter seines Lebens;

> SVĀMIN Herr; Mönch;

> SVAPNA Schlaf mit Träumen (im Unterschied zu traumlosen Schlaf);

> SVARŪPA Wesen; Grundlage; Wesensidentität;

> SVASTHA gesund;

> TAMAS Trägheit, Dunkelheit, Ignoranz, Resistenz; die dritte der drei Gūnas;

> TANMĀTRA feinstoffliche Materie; Elemente in ihren subtilen oder monadischen Form; die kleinsten erkennbaren elementaren Teilchen;

> TANTRA wörtlich. ‚Webstuhl ‚, ‚was sich durchzieht‘; System, das sich eher auf die genaue Ausführung von Handlungen und Meditationstechniken konzentriert und nicht so sehr auf mystische Spekulationen; Abhandlung, in der dieses System beschrieben wird;

> TANTRA VISHARADA ein Kenner der spirituellen Techniken sein, die zur Selbstverwirklichung führen (Eigenschaft eines Gurus);

> TANTRA YOGA eine Form von Yoga, die auf den Tantra Texten beruht, schließt unter anderem Hatha Yoga, Laya Yoga und Kundalini Yoga, sowie Mantra Yoga;

> TAPAS (innere ) Askese; Hitze, Feuer der Reinigung, das im Ashtanga Yoga kultiviert wird; die dritte der Niyamas und erste Komponente des Kriya Yogas in Patanjalis Yoga Sūtra; die Fähigkeit, die Yogapraxis trotz Ablenkungen und auftretenden Schwierigkeiten regelmäßig weiter zu führen; ausserdem: Opfergabe die dem Feuer dargebracht wird; allgemein bedeutet Tapas Buße, Enthaltsamkeit, Askese, Beschränkung, Strenge, Selbstdisziplin; das brennende Verlangen, Yoga zu üben und die intensive Bemühen bei dieser Übung; metaphorisch: Beobachtung des Atems, Intensität des Strebens, innere Hitze oder Energie; in jedem Atemzug Gott lieben und wachsam bleiben; Wunsch nach Reinigung des Körpers, der Sinne und des Geistes (Studium und Ausübung von Yoga mit hingebungsvoller Aufmerksamkeit zum Selbst und zu Gott). Tapa bezeichnet die Hitze, die alle schlechten Eigenschaften verbrennt; Im Kriya Yoga: Einatmung, durch die man die Gedankenwellen unter Kontrolle bringen kann; wenn man die Aufmerksamkeit auf die Fontanelle richtet, verbrennt man alle schlechten Eigenschaften und das Karma, das man angesammelt hat;

> TATTVA Element; Grundprinzip; wahres Wesen; fünf subtile Elemente / Prinzipien (Erde / prthivi, Wasser / apas, Feuer / agni, Luft / vayu, Äther oder Vakuum / aksha; Die Prinzipien der unterschiedlichen Elemente (viśesa) erzeugen Veränderungen, die angenehm, unangenehm oder abstumpfend wirken können; ausserdem jedes der 25 Prinzipien der Sāmkhya-Phiosophie;

> TEJAS inneres Glühen;

> TRISTANA METHODE von Sri K. Pattabhi Jois als Grundlage der täglichen Ashtanga-Praxis betrachtet, bestehend aus: 1. Atmung (tiefe Atmung mit Ujjayi-Geräusch), 2. Āsana Position); 3. Drishti (Blickpunkt);

> TURIYA SAMADHI das höchste Samādhi, ‚mit Gott verschmelzen‘;

> UDDIYANA BANDHA hebender Energieverschluß, Einziehen des unteren Bauches nach innen Richtung Wirbelsäule; Dieses Bandha aktiviert das Solarplexus- Energiezentrum, das die Verdauung und die Fähigkeit, Wünsche umzusetzten, lenkt. Blockaden in dieser Region führen zu Verdauungs-problemen und Unausgewogenheit des Stoffwechsels. Indem man die Fähigkeit entwickelt, die Energie in dieses Zentrum des Körpers zu leiten, regt man das Verdauungs-Feuer an. Wenn dieses Feuer lodert, können wertvolle Substanzen aus der Umwelt aufgenommen und schädliche, die den Energiefluss in Ihrem Körper und Geist stören, ausgeschieden werden;

> UJJAYI PRĀNĀYĀMA wörtlich: ’siegreiches‘ Ausdehnen der Lebensenergie; ‚zum Erfolg führende Atmung‘; diese Prānāyāma-methode hilft dabei, den Geist und Körper zu entspannen, wenn man irritiert, frustriert oder überanstrengt ist, sie ermöglicht es, konzentriert zu bleiben, ohne unnötige mentale Aktivität zu erzeugen; tiefe Atmung mit kehligem Geräusch beim Ein- und Ausatmen, die beim Ashtanga Yoga praktiziert wird;

> UMA PARVATI ein anderer Name für Shakti, die Muttergottheit; weibliche Form des höchsten Wesens;

> UPANISHADEN heilige philosophische Texte, die die Grundlage der orthodoxen Schulen des indischen spirituellen Denkens bilden; Schlußteil der Veden, auch als Vedanta bezeichnet; insgesamt 108, davon 11 sogenannte Haupt-Upanishaden; berühmte Handschriften, die die Essenz der Philosophie der Veden enthalten;

> VAIKHARI die vierte Phase des Klangs; (mit grobstofflichen Organen) hörbarer Klang (schließt auch Klänge mit ein, die das menschliche Gehör nicht wahrnehmen kann;

> VAIRĀGYA Entsagung, Loslassen; das Einüben in Leidenschaftslosigkeit, das Ablassen von weltlichen Wünschen und Begierden und das Unterscheiden zwischen Realem und Nichtrealem. Vairāgya ist die Elimination all dessen, was dem Fortschritt und der Vervollkommnung im Wege steht. Wer sich in Vairāgya übt, wird fähig, sich von den Früchten des Handelns zu befreien. Mit einem Flügel allein kann ein Vogel nicht fliegen. So brauchen wir die beiden Flügel der Übung / Abhyâsa und der Entsagung / Vairāgya, um uns zur höchsten Höhe der Selbstverwirklichung aufschwingen zu können. Entsagung ist Unterscheidung und Urteilskraft, es ist die Kunst des Freiwerdens vom Verlangen. Dazu gehört, dass man den inneren Sinn und das Bewusstsein darauf trainiert, sich nicht mehr von Wünschen und Leidenschaften bewegen zu lassen. Man muss lernen, auf Dinge und Ideen zu verzichten, die der täglichen yogischen Praxis Abbruch tun;

> VAISHESIKA Besonderheit;

> VAJRA DEHA diamantener Körper, Körper der glüht und stark ist wie ein Diamant; eine der Ziele des Hatha Yoga Praxis;

> VARUNA Meeresgott;

> VĀSANĀ Wunsch; Wohnung, Eindruck; Vorstellung; Ansammlung der individuellen Samskāras; sublimer Eindruck einer Erfahrung, der aber keine direkte Wirkung zeitigt wie Karmāshaya;

> VATA eine der drei Ayurvedischen Körper- oder Gemüts-Verfassungen; manchmal als Wind übersetzt;

> VAYU wörtlich. ‚Wind‘; die verschiedenen Richtungen der Prānas; kollektive Energieströme des Körpers, die Grundlage aller Bewegungen, feinstoffliche Lebensenergie. Vaju hat eine natürliche Leichtigkeit, sodass es dazu tendiert, aufwärts zu strömen. Wenn Vayu aufgrund von schmerzhafter oder stressiger Erfahrungen gestört ist, ist seine Funktion des Schadstoffabtransportes beeinträchtigt. Diese Beeinträchtigung führt zu Energiestagnation und Ansammlung von Schadstoffen im Körper. Windremoving Pose führt Vayu zurück in seine ursprüngliche Position im Becken, damit es seine wesentliche Aufgabe der Schadstoffausscheidung erfüllen kann;

> VEDA heiliges Wissen;

> VEDANTA wörtlich ‚das Ende der Vedas‘; Analyse des Inhalts der Upanishaden, deren Haupt-Abhandlung das Brahma Sūtra ist;

> VEDAS älteste heilige Schriften der Menschheit, (12. Jahrhundert vor Chr.); werden als von götlicher Herkunft betrachtet; vier Haupttexte: Rigveda, Yajurveda, Samaveda und Arthaveda; diese werden wiederum unterteilt in Samhita (Hymnen), Brahmana (Rituale), Aranyaka (Anbetung) und Upanishad (Mystizismus); weiters gibt es noch vier Zusätze zu den Veden – Upvedas: Ayurveda (Wissenschaft vom Leben); Arthaveda (Ökonomie); Dhanurveda (strategische Wissenschaft) und Gandharvaveda (Musik);

> VIBHŪTI Macht, außergewöhnliche Fähigkeit;

> VIBŪTI PADA drittes Kapitel der Yoga Sūtren des Patañjalis – Über die göttlichen Kräfte und die Vollendung der inneren Sammlung;

> VICĀRA über Dinge meditieren, um die subtilen Aspekte der Materie zu erkennen und ganz zu verstehen;

> VIDEHA Jemand, der in einen körperlosen Zustand eintritt;

> VIDYĀ Weisheit; wahres Wissen; Bewusstheit; das Gegenteil von Avidya;

> VIDYAS Wissenschaften;

> VIJNANAMAYA KOSHA Intelligenzhülle, Herzzentrum, Zentrum der Vitalität und aller Neigungen; das zweitsubtilste der fünf Koshas, symbolisiert den Körper der Weisheit, assoziiert mit Buddhi, nahe der Realisation, aber nicht der letzte Schritt;

> VIKALPA Einbildung oder Phantasie; signifikantes oder brauchbares verbales Konzept von Ideen, die keine korrespondierende reale Entsprechung haben (abstrakte Begriffe wie ‚Raum‘; ‚Zeit‘;

> VIKĀRA Wandel; Modifikation; Mutation;

> VIKSHIPTA CITTA zerstreuter Geist; doch bereit, um mit Yoga zu beginnen; (es fehlt an Lebenssinn und Orientierung, obwohl unser Gehirn durchaus aktiv ist; ständig von Furcht und Zweifel geplagt, schwankt der Betroffene zwischen Entschlossenheit und fehlender Zuversicht);

> VILAYA Auflösung;

> VINYASA Anordnung; sequenzielle Bewegung, die Positionen miteinander verbindet um einen kontinuierlichen Bewegungsfluß zu bilden; so wird eine bewegte Meditation möglich, die alle Formen und Gestalten als im Übergang und vergänglich offenbart;

> VIPĀKA Auswirkung von Karma; Ergebnis;

> VIPARYAYA irrtümliches Wissen; falsche Wahrnehmung; falsche Identifikation mit dem wahrgenommenen Objekt;

> VĪRYA Energie; Enthusiasmus;

> VISHNU erhaltender bzw. bewahrender Aspekt Gottes; eine der Gottheiten der Hindu-Trinität; ein Name des höchsten Wesens; Brahman mit Form;

> VISHNU GRANTHI der zweite Energieknoten reicht vom Nabelzentrum bis unterhalb der der Hypophyse; In diesem Bereich sind die fünf Sinne mit der äußeren Welt beschäftigt, darum ist es in diesem Zustand unmöglich, Gotteserkenntnis zu erlangen;

> VISHUDDHA CHAKRA Kehlchakra, Zentrum des Ausdrucks und Sitz des intellektuellen Bewusstseins; Element: Äther oder ‚Vakuum‘ / Raum / Klang; Mantrasilbe: HAM, sechzehnblättrige Lotusblüte; hormonelle Zuordnung: Schilddrüse; Sitz: (Cervical Plexus); Sitz des intellektuellen Bewusstsein; Wenn es geöffnet und im Fluss ist, hat man Vertrauen in sich, Wenn das fünfte Chakra blockiert ist, wird man oft das Gefühl haben, dass einem niemand zuhört. Es ist wichtig, dieses Zentrum frei zu halten, um sich lebendig und voller Kraft zu fühlen. Energieblockaden in diesem Bereich gehen oft mit Schilddrüsenproblemen oder chronischen Verspannungen einher. Ein geöffnetes fünftes Chakra ermöglicht es, die eigene Wahrheit auszudrücken, ohne Angst vor Zensoren oder Kritikern zu haben. Menschen mit geöffneten Kommunikationszentren sind geschickt darin, ihre Bedürfnisse in einer lebensbejahenden Weise zu kommunizieren;

> VITARKA mit Verstand und Sensibilität zu analysieren; lernen, den Sinn und Zweck materieller Dinge richtig zu erfassen;

> VIVEKA Unterscheidung;

> VIVEKA-KHYĀTI Krone der Weisheit‘ die höchste Stufe der Bewußtheit und Aufmerksamkeit; diskriminative Erkenntnis; eines der erwünschten Ziele des Ashtanga Yogas in Patañjalis Yoga Sūtras; die Fähigkeit, die Wahrheit zu sehen und zu entschlüsseln: den. unterschied zwischen dem Seher (Purusha oder Drashta)  und dem Gesehenem (Prakriti);

> VIVEKINAH jemand, der den Unterschied erkennt (zwischen Purusha und Prakriti), jemand, der diskriminatives Wissen erlangt hat;

> VRITTI wörtlich ‚Wirbel‘, Fluktuation; mentale Bewegungen (die sowohl harmlos als auch schmerzhaft sein können);

VYĀNA einer der fünf Prāna-Vayus, der die motorischen Nerven und Muskeln des gesamten Körpers kontrolliert;

> VYASA der poetische Verfasser der Bhagavadgīta, Kommentator zum Yoga Sūtra von Patañjali;

> YAGNA ein vedisches Opfer;

> YAJNAVALKYA, RISHI der bedeutendste der upanischadischen Rishis; er formulierte das Herzstück der Upanishaden, dass alle Erscheinungen nichts als Brahman sind;

> YAJURVEDA eine der vier Veden;

> YAMA Regeln zum Umgang mit anderen (Ahimsa / Gewaltlosigkeit, Satya / Wahrhaftigkeit, Asteya / nicht stehlen, kein Neid; Brahmacharya / (sexuelle) Zurückhaltung; bewusster Umgang mit der Sexualität; Aparigraha / nicht gierig sein; erstes Glied des achtgliedrigen Yogaweges, beschrieben in Patañjalis Yoga Sūtra; Yama und Niyama stellen nicht nur die Grundlage des Yoga dar, sondern sind auch auf den höheren Stufen einen Indikator für Erfolg oder Versagen. Wenn etwa jemand, der es in der Meditation weit gebracht hat, nicht mehr auf Yama und Niyama achten zu müssen glaubt, kann es mit seiner Spiritualität nicht sehr weit her sein.

> YANTRA Stütze, Instrument; rituelles, heiliges Bild, gemalt oder visualisiert; beliebtes Meditationsobjekt im Tantra Yoga;

> YOGA AGNI „der Körper verfällt wie ungebrannte Tontöpfe im Wasser. Stärke und reinige den Körper, indem du ihn im Feuer des Yoga festigst.“ (Gheranda Samhita); beim Üben einer Āsanas entsteht Energie. Das Verweilen in einem Āsana verteilt diese Energie, das Herausgehen aus einer Āsana bewahrt sie, und hindert sie, zu vergehen.

> YOGA BHRASTHA Ungnade des Yoga (wenn man glaubt, nicht mehr praktizieren zu müssen, weil man schon ein inneres Gleichgewicht gefunden hat);

> YOGA CHIKITSA Yoga Therapie, auch bekannt als ‚Primary Serie‘ des Ashtanga Yoga, gelehrt von Sri K. Pattabhi Jois;

> YOGA KORUNTA Abhandlung über sequenzielles Yoga von Rishi Vamana;

> YOGA NIDRA yogischer Schlaf; ein Zustand zwischen Schlaf und Samādhi; der Zustand Lord Vishnus, in der er das Universum zwischn der grossen Auflösung und dem Big Bang absorbiert;

> YOGA SŪTRA der wichtigste antike Yogatext von Patañjali;

> YONI Vagina, Schoß;

> YUGA Welt Zeitalter oder Epoche;

 


Quellen:

B.S.K Iyengar, ‚Yoga – der Weg zu Gesundheit und Harmonie‘, Dorling Kindersley 2008

Kino MacGregor, ‚The Power of Ashtanga Yoga‘, Shambala Publications Inc., 2013

Gregor Maehle, ‚Ashtanga Yoga. Practice and Philosophy‘, New World Library 2006

Gregor Maehle, ‚Ashtanga Yoga. The Intermediate Series. Mythology, Anatomy, and Practice‘, New World Library 2009

Eckhart Wolz-Gottwald, ‚Yoga-Philosophie-Atlas‘, Vianova 2010

Paramahamsa Hariharananda, ‚Kriya-Yoga‘, Diederichs Gelbe Reihe, 2004

Swāmi Harihrānanda Āranja, ‚Yoga Philosophy of Patañjali‘, State University of New York Press,1983

Deepak Chopra, ‚Die sieben geistigen Gesetze des Yoga‘, Allegria Verlag, 2006

 

 

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